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8. Mai: Gegen das Vergessen – Erinnerung neu beleben

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Thomas Hartung, Ottomar Rothmann und Horst Walkling-Röhn

Das Gedenken der mörderischen Verbrechen der Nazidiktatur muss zukünftig noch stärker als bisher durch Formen kritischer, gesamtgesellschaftlich getragener Auseinandersetzungen wach gehalten werden. Nicht nur das Verharmlosen oder gar Leugnen des rechten Spektrums fordert uns dazu auf. Zudem werden uns schon bald die wachrüttelnden Schilderungen der Zeitzeugen fehlen – also gerade jene Beiträge zur Erinnerungskultur, die in den letzten Jahren prägend waren. Dieses Fazit zogen Thoams Hartung und ich am Sonnatg in unserem „Café Gedanken frei“, das diesmal im Jugenstheater stellwerk im Weimarer bahnhof stattfand.

Welcher große Verlust mit dem Ableben der Generation der Überlebenden des Unrechts verbunden ist, wurde gleich zu Beginn der Veranstaltung deutlich. In sehr bewegenden wie nachdrücklichen Worten schilderten die als Jungendliche im KZ-Buchenwald Internierten Ottomar Rothmann und Horst Walkling-Röhn ihre Erlebnisse.

Rothmann – 1921 in Magdeburg geboren, 1943 verhaftet und ins KZ verschleppt – berichtete von den Verbrechen der SS, dem Schicksal der internierten Kinder sowie der Widerstandsgruppe des Lagers, zu der er gehörte. Seine Rede unterstrich mit Blick auf die Gräuel, dass „Menschen zu allem fähig sind, sich über alle Grenzen der Humanität hinwegsetzen können“, wie er selbst sagte. Hinsichtlich der Gemeinschaft der Internierten betonte Walkling-Röhn –1928 in Kassel geboren, 1942 zunächst in Holland verhaftet und nach Auschwitz deportiert, 1945 auf einem Todesmarsch nach Buchenwald geschickt – die Kraft der Solidarität. „Nur so war es möglich, Widerstand zu leisten und zu überleben“, sagte er.

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Steffen Trostorff und Jens-Christian Wagner

In einem zweiten Teil diskutierte ich mit Steffen Trostorff, Jugendbildungsreferent, und Dr. Jens-Christian Wagner, Leiter der Gedenkstätte Mittelbau-Dora, Möglichkeiten, die Erinnerungskultur neu zu beleben. Bereits am 7. Mai hatte ich im Bundestag für unsere Fraktion den Antrag “Tag der Befreiung muss gesetzlicher Gedenktag werden” gestellt. In Weimar hob ich die Bedeutung des 8. Mai als Tag der Befreiung noch einmal hervor: Insgesamt wünsche ich mir ein lebendiges, von der ganzen Breite der Gesellschaft getragenes Gedenken, das nicht in Ritualen erstarrt.