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"Das große Fressen" mit Ursula & Siegfried Schütt

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Dirk Möller befragt Ursula Schütt

Dass Fabeln und Märchen keine toten Gattungen sind, sondern sich auf das Hier und Jetzt beziehen können, zeigt das Ehepaar Schütt indem es altbekannte Figuren zu neuem Leben erweckt. Gestern waren Ursula & Siegfried Schütt in unserem „Café Gedanken frei“ zu Gast und lasen aus ihrem Buch „Das große Fressen. Grimmige Fabeln und fabelhafte Märchen“. Da arbeitet beispielsweise die Schnecke im Arbeitsamt, die Ameise meldet sich bei der Luftwaffe, ausgesetzte Haustiere werden nicht zu Stadtmusikanten, sondern landen vor Gericht, Hänsel und Gretel entpuppen sich als verwahrloste gefühlsarme Kinder. Und auch der Weimarer Graphiker Horst Peter Meyer war bei dieser Matinee mit dabei und hatte einige seiner Zeichnungen aus dem Buch im Gepäck.

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Siegfried Schütt

Und ich ließ es mir nicht nehmen, meine Lieblings-Fabel aus dem Büchlein selbst vorzulesen:

„Andere Zeiten“

Als die alte Geiß neulich nach Hause kam, saßen die Geißlein mit dem Wolf am Tisch und spielten Monopoly. Die alte Geiß wollte den Jäger holen, aber die Geißlein winkten ab. Die alten Zeiten seien vorbei. Der Wolf dürfe keine Geißlein fressen, er habe umgeschult und sei jetzt Berater bei einer Bank. Auf seinen Rat hin verpfändete die Geiß ihr Häuschen gegen einen Kreditvertrag, um für alle ihre Geißlein Rentenversicherungen zu finanzieren.

Die Zeiten ändern sich, der Wolf nie.“

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Horst Peter Meyer