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Meine ganz persönliche Sommertour durch Thüringen

Gemeinsam mit meinen thüringischen und hessischen KollegInnen veranstalten wir in diesem Jahr eine Sommertour durch Thüringen und Hessen. Mich führt diese Tour nach Erfurt, Elgersburg, Meiningen, Bad Salzungen und Eisenach.

FunkwerkErste Station waren die Studios von Radio Funkwerk in Erfurt. Man hat mich gebeten, einen Text für den „Fledermausfunk“ einzulesen. Diese Radiosendung ist so etwas wie das Sandmännchen für die Ohren. Viele Menschen, ob Promis oder nicht, können für dieses Programm Gute-Nacht-Geschichten für die kleinen HörerInnen einlesen. Ich habe mich für den Text „Die vier Brüder“ von Wladimir Worobjow entschieden. Eine wunderbare Geschichte: Vier Brüder ziehen hinaus in die Welt, drei von ihnen erhalten ein Werkzeug, der vierte, Mamas Liebling, entscheidet sich für ein Kopfkissen. Die Brüder mit den Werkzeugen gehen nach Norden, Osten und Westen und sind alle erfolgreich, arbeiten hart und sind glücklich dabei. Der vierte jedoch bekommt ein Kissen und entscheidet sich für den Süden. Er schaut anderen beim arbeiten zu und erkennt schnell: Müßiggang füllt den Magen nicht. Seine drei Brüder schreiben alle Dankesbriefe an die Eltern: Es geht ihnen gut, das Werkzeug hat ihnen sehr geholfen. Er aber schreibt: Mutter, backe einen Kuchen, ich komme wieder nach Hause.

LesungDanach war ich auf dem Sommerfest der Thüringer Linken in Elgersburg zu Gast. Ich wurde gebeten, im Rahmen einer Lesung ein aus meiner Sicht herausragendes Buch vorzustellen. Die Wahl fiel mir nicht schwer: Catalin Dorian Florescu hatte mich bei seinem Besuch im „Café Gedanken frei“ so sehr beeindruckt, dass ich mich für sein Buch „Der blinde Masseur“ entschied. Außerdem gefiel mir auch das dort gezeichnete Bild des Sanatoriums am Rande des Waldes, in dem der Masseur arbeitet. Es gleicht dem „Hotel am Wald“, in dem das Sommerfest stattfand. Das besondere am blinden Masseur: Während der Behandlung lässt er sich Werke der Weltliteratur vorlesen. Aber mehr sei nicht verraten, entdecken Sie das Buch selbst!

Nach der Lesung gab es viele Gespräche, mit Gästen und natürlich mit meinen KollegInnen, zum Beispiel mit Frank Tempel oder der Geschäftsführerin des Kommunalpolitischen Forums in Thüringen, Anke Hofmann. Was mich besonders gerührt hat: Auch zwei Monate nach der Bundespräsidentenwahl werde ich noch immer auf meine Kandidatur angesprochen. Auch in Elgersburg erhielt ich wieder viel Zuspruch und Dank. Vor allem, wie es eine ältere Genossin aus Eisenach ausdrückte: „Luc, du hast das Soziale und den Frieden in die Diskussion der alten Männer gebracht.“ Schön, das meine Botschaft so gut angekommen ist!

Elgersburg