Zum Menü zum Inhalt

Zu unserer heutigen Veranstaltung „Eines langen Tages Reise … Der Weg zur Demokratie“

Babylon_2_klein
Türen auf im Babylon

Erinnern ist keine einfache Angelegenheit.

„Ich habe den 4. November als warm und sonnig in Erinnerung“ schreibt Annett Gröschner im FREITAG, um dann anzufügen: „Der Wetterdienst verzeichnete als Tagesmittel nur 9,2 Grad, die Sonne schien insgesamt 10 Minuten und in 24 Stunden fielen 2,3 mm Regen.“

Erinnern an Ereignisse, die Geschichte geworden sind, sind eine noch schwierige Angelegenheit. Wer erinnert was? Was war wahr? Was erscheint heute noch wahr?
24 Rednerinnen und Redner haben an der Kundgebung am 4. November 89 teilgenommen.
16 von ihnen leben heute noch.
Sie alle haben wir im Frühjahr angeschrieben und eingeladen an einer Rekonstruktion der damaligen Veranstaltung teilzunehmen, die ihren 20 Jahre alten Hoffnungen und Forderungen, ihre heutigen Gedanken gegenüberstellt.
3 haben nicht reagiert.
6 haben mit ganz unterschiedlichen Begründungen abgesagt. Diese Begründungen haben wir als Zitate in die Rekonstruktion der Fernsehaufzeichnung eingefügt.

Das schönste Zitat hat uns Johanna Schall zugeschickt:

der 4. november

so viele erinnerungen, echte und manche, die sich nur als echt ausgeben.
was ich weiß:
daß es ein euphorischer tag war, disziplin und anarchie in eintracht.
daß ich glücklich bin, dabei gewesen zu sein.
daß ich keinerlei vorahnung oder wissen hatte, was darauf folgen würde.
daß an diesem tag der spruch „wir sind das volk“ hieß.
daß ich nie wieder so viele wunderbar stolze deutsche gesehen habe.
daß ich wünschte, dieses wäre der stolz von dem die rede ist, wenn einer
stolz ist, ein deutscher zu sein.

Johanna Schall