Publikationen
Bücher:
- Zigeuner heute: Untersuchung einer Außenseitergruppe in einer deutschen Mittelstadt, Enke Verlag, Stuttgart, 1963
- Hinterhöfe der Nation: Die deutsche Grundschulmisere, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 1971
- Sozialismus als Männersache oder kennen Sie ‘Bebels Frau’?: seit 100 Jahren ohne Konsequenz, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, 1978
- Telegramme aus London, Konkret-Literatur-Verlag, Hamburg, 1986
- Warenhaus Journalismus – Erfahrungen mit der Kommerzialisierung des Fernsehens, Picus Verlag, Wien, 2004
- Dieses Jahr in Jerusalem. Theodor Herzl – Traum und Wirklichkeit, Aufbau Verlag, Berlin, 2004
11. April 2011 in Publikationen
Die Thüringer Allgemeine lässt in ihrer Serie „Meine Woche“ Abgeordnete aus Thüringen zu Wort kommen, die über ihre Pläne, Treffen und Termine der kommenden Tage berichten. Im Teil 10 dieser Reihe, der am Montag erschienen ist, gebe nun ich einen Ausblick auf diese Woche, nachgefragt von TA-Redakteur Wolfgang Suckert:

Die kommende Woche beginnt für mich am Montag um 12.00 Uhr in München. Der Unterausschuss für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik hält eine auswärtige Sitzung mit dem Präsidium der Goethe- Institute in der bayerischen Hauptstadt ab. Es geht um die benötigten Gelder für 2012, neue Schwerpunkte, vor allem auch um Initiativen im arabischen Raum.
Rückflug um 18.50 Uhr.
Am Dienstagmorgen um 8.00 Uhr muss ich mich eigentlich zweiteilen. Die thüringisch-hessische Landesgruppe meiner Partei trifft sich und 15 Minuten später setzen sich die Obleute des Unterausschusses Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik zusammen. In einem Fall geht es um die Ost-West-Arbeit unserer Fraktion, im anderen auch um die Erfahrungen in Peking während der Ausstellungseröffnung „Kunst der Aufklärung“ und die Verhaftung des Künstlers und Bürgerrechtlers Ai Weiwei. Nur gut, dass beide Treffen im Abgeordnetenrestaurant stattfinden. Da sind die Wege nicht allzu lang.
Der Nachmittag wird beherrscht von der Fraktionssitzung mit dem schwierigen Thema: „Auswirkungen der Wahlschlappen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg auf unsere Arbeit“.
Hoffentlich habe ich dann noch die Kraft und den Elan, ins Berliner Ensemble zu gehen, da lockt nämlich die Premiere von Frank Wedekinds „Lulu“ in der Regie von Robert Wilson. Da wäre ich gerne dabei. Mittwochmorgen muss Büroarbeit erledigt werden. Ab 14.00 Uhr beherrscht dann die Arbeit im Kulturausschuss alles. Erst das Obleute-Gespräch, dann die Sitzung. Diesmal besonders spannend: Der Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) wird die zwei Siegerentwürfe des Wettbewerbs für das Einheits- und Freiheitsdenkmal in Berlin vorstellen und den Ausschuss zur Mitentscheidung auffordern. Anschließend folge ich als Vorsitzende der deutsch-irischen Parlamentariergruppe einer Einladung des Botschafters von Irland, Dan Mulhall, zu einer besonderen Geschichtslektion: Vor 90 Jahren wurde in Deutschland die erste Vertretung Irlands errichtet und machte auf den Unabhängigkeitskampf aufmerksam. Das war im Jahr 1921, also mitten in der Weimarer Republik.
Das ist also nur die erste Wochenhälfte was dann noch kommt sind unter anderem einige Plenarsitzungen, eine Konferenz der kulturpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Linken aus allen Bundesländern am Freitag und am Sonntag das Café „Gedanken frei“ in Weimar.
01. April 2011 in Publikationen
Gerade ist das Magazin Kultur.Medien.Politik (kurz KMP) mit meinem Artikel unter der Überschrift „Das K in DIE LINKE steht für Kultur“ erschienen.
Im Rahmen einer Serie werden prominente PolitikerInnen nach ihren Standpunkten in der Kulturpolitik befragt.

Meinen Standpunkt im kompletten Artikel:
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09. März 2011 in Erinnerungskultur, Publikationen
Zu dieser Frage veröffentlichte die Braunschweiger Zeitung gestern ein Pro & Contra. Thomas Strobl, Bundestagsabgeordneter der CDU befürwortet das Vorhaben, den 5. August zum Gedenktag für die nach dem Zweiten Weltkrieg vertriebenen Deutschen zu machen: „Das ist ein Zeichen der Verbundenheit.“ Ich halte dagegen und sage, dass das der bisherigen Versöhnungsarbeit schadet. Hier meine ausführliche Begründung:
Nein! – Deutschland gedenkt am 27. Januar jeden Jahres aller Opfern des Nationalsozialismus. Hier sind auch die Opfer der Vertreibungen infolge des Krieges mit eingeschlossen.
Es ist ein geschichtspolitisch falsches Signal, den 5. August als Datum für einen neuen, den Vertriebenen gewidmeten Gedenktag zu wählen. Die Charta der Heimatvertriebenen vom 5. August 1950 kann von niemandem guten Gewissens als Gründungsdokument der Bundesrepublik betrachtet werden. Als hoch kontroverses Zeitzeugnis muss sie in ihrem historischen Kontext verortet werden.
Es ist ein Skandal, dass das Parlament mit der Zustimmung zu dem Antrag der Regierungskoalition auch den Verfassern der Charta Zustimmung im Namen der Aussöhnung zuspricht. Die Mitverfasser und Unterzeichner der Charta waren in einem so gravierenden Maße an den Verbrechen der Nationalsozialisten beteiligt, dass ein kommentarloser Bezug auf die Charta niemals einen Beitrag zur Versöhnung darstellen kann. weiterlesen …
02. März 2011 in Publikationen
„Was muss passieren, damit kulturelle Kinder- und Jugendbildung in der Erfolgsspur bleibt? Welche kultur-, jugend- und bildungspolitischen Ziele verfolgt Ihre Bundestagsfraktion dabei und welche Handlungsschritte sind dafür notwendig?“
Diese beiden Fragen habe ich – wie auch die kulturpolitischen Sprecher der anderen Bundestagsfraktionen – für das aktuelle Heft infodienst – Das Magazin für kulturelle Bildung wiefolgt beantwortet:
Kulturelle Bildung und kulturelle Teilhabe sind Grundrechte, die für alle Menschen gesichert werden müssen, unabhängig davon aus welcher sozialen Gruppe oder welchem kulturellen Milieu sie stammen. Das ist eine Querschnittsaufgabe verschiedener Politikfelder. Zweifellos ist in den letzten Jahren viel im Bereich der kulturellen Bildung geschehen – dennoch sind wir von Chancengleichheit in der Bildung wie auch bei der kulturellen Teilhabe noch meilenweit entfernt, wie auch die aktuelle PISA-Studie belegt. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen sozialen Schichten sind alarmierend. Es ist eine neue Art von „Klassengesellschaft“ mit höchst ungleichen Bildungschancen entstanden, die wir nicht hinnehmen können. Gute Bedingungen für die kulturelle Teilhabe aller, insbesondere für Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Schichten zu schaffen, ist eine Herausforderung an die gesamte Gesellschaft. Wir brauchen einen Pakt aller Verantwortlichen über Ressortgrenzen, Ebenen und Zuständigkeiten hinaus. Es muss uns gelingen, Modellprojekte wie z.B. „Jedem Kind ein Instrument“ auf möglichst alle Kinder auszudehnen. Das gebietet schon das Gleichheitsgebot. Wir müssen nicht nur Vorhandenes sichern, sondern auch neue Wege kultureller Bildung und Vermittlung gehen – gerade in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise. weiterlesen …
13. Dezember 2010 in Publikationen
Für die Wochenend-Ausgabe habe ich eine Gastkolumne zu Wikileaks und den Folgen geschrieben. Für mich stellen sich in diesem Zusammenhang drei entscheidende Fragen, die ich in meinem Beitrag auf der Titelseite gestellt und behandelt habe:
Was wird aus der Diplomatie? / Wie viel Transparenz verträgt eine Gesellschaft? / Hat Freiheit keine Grenzen?
Lesen Sie im Folgenden oder unter www.neues-deutschland.de den Text:
Es gibt schon erstaunliche Kommentare zur Causa Julian Assange. Nehmen wir die Financial Times Deutschland vom 8. Dezember. »Justitia sei blind«, heißt es da und »seit gestern steht fest, dass sie auch kein Gespür für Timing hat.«
Ausgerechnet auf dem »Höhepunkt einer Hetzkampagne«, laut FTD, wird der Mitgründer der Enthüllungswebsite festgesetzt – von den Briten wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung, aus Schweden. Eine »skandalträchtige« Festnahme – wohl war. Und wahr ganz sicher auch die Prognose: Selbst wenn es so gelingen sollte, Julian Assange »von der Bildfläche verschwinden« zu lassen – Wikileaks wird bleiben oder eine Nachfolge-Plattform entstehen. Und in der Tat: Auf dieses Szenario müssen wir uns einlassen und deshalb stelle ich folgende Fragen: weiterlesen …
01. Dezember 2010 in Publikationen
Im Ossietzky 21 erschien der Artikel, der sich mit der Problematik um Roma und Sinti in Europa auseinandersetzt – ausgehend von meinen Eindrücken, die ich in Ungarn und Belgrad auf der Delegationsreise mit dem Ausschuss für Kultur und Medien gewonnen habe. Hier der Artikel:
Der ungarische Regierungschef Orbán hat eine bemerkenswerte Ankündigung gemacht: Ungarn werde, wenn es ab Januar 2011 die Europäische Ratspräsidentschaft übernimmt, die Lebensverhältnisse der Roma zu einem Schwerpunktthema der EU machen. Endlich – ist man versucht zu sagen. Aber dann stellt sich die Frage: Was bedeutet es, wenn gerade Orbán das ankündigt? Worauf will er hinaus, dieser eher rechtsgerichtete Politiker, der bei der Wahl im Frühjahr eine Zwei-Drittel-Mehrheit für seine christlich-konservative Partei erreicht hat, mit der er alle wichtigen Posten im Staat besetzen und alle Gesetze durchbringen kann, die er will, einschließlich einer ganz neuen Verfassung? Was wird er zustande bringen? Humane Lebensverhältnisse für die größte Minderheit Ungarns? Jobs, Bildung und Wohnungen statt Arbeitslosigkeit, Analphabetentum und Elendsquartieren? weiterlesen …
18. November 2010 in Publikationen

Reise nach Teheran. Kaum ein westlicher Politiker besucht noch die iranische Hauptstadt. Wenn, dann trifft er auf einen modernen, weltoffenen Moloch
Unter dieser Überschrift ist heute in der Wochenzeitung eine Zusammenfassung meiner Iran-Impressionen abgedruckt:
Eine Woche im Iran – mehr Gegensätze kann es kaum geben. Gegensätze zwischen den mitgebrachten Vorurteilen, den Erfahrungen und Erlebnissen. Gegensätze aber auch innerhalb der Erfahrungen selbst. Eine Fahrt mit der Achterbahn. Wenn sie zum Anhalten kommt, steigt man aus und muss sich erst wieder zurechtfinden. Vorher allerdings muss man sich rechtfertigen: warum reist man überhaupt in ein Land wie den Iran? Warum spricht man mit Vertretern dieses Regimes? weiterlesen …
12. November 2010 in Publikationen

Die aktuelle Ausgabe der Zeitung des Deutschen Kulturrates hat bei den zuständigen KulturpolitikerInnen der fünf Bundestagsfraktionen nachgefragt, ob die Auswärtige Kulturpolitik der Regierung ein kostbares Aushängeschild oder bloß ein Kostenfaktor sei. Unter www.kulturrat.de ist die komplette Zeitung veröffentlicht – und lesen Sie im Folgenden meinen Artikel.
Im Koalitionsvertrag steht: „Wir werden die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik finanziell bestmöglich ausstatten.“ „Bestmöglich“ ist ein verräterisches Wort – außerdem schlechtes Deutsch. Und in der Realität kann dann von „bestmöglich“ auch keine Rede sein; denn der Haushaltsentwurf sieht erhebliche Einschnitte vor. Problematisch sind insbesondere die Kürzungen im Bereich der Allgemeinen Auslandskulturarbeit. Das betrifft vor allem das Goethe-Institut mit einem Minus von 7,8 Millionen Euro. weiterlesen …
24. September 2010 in Kandidatur für das Bundespräsidentenamt, Publikationen
Für die nun vorliegende Ausgabe unseres Fraktions-Magazins ‚clara‘, habe ich mich an die vier aufregenden Wochen meiner Kandidatur für das Amt der Bundespräsidentin erinnert – und herausgekommen ist der folgende Text:
Am Anfang war das Rätsel
31. Mai 2010, Bundespräsident Köhler gibt seinen Rücktritt bekannt – „mit sofortiger Wirkung.“
Die Nachricht erreicht mich im Hotel Neptun in Istrien, auf der früheren Tito-Insel Brioni. Deutsches Fernsehen auch dort, was einen Mann zeigt, der wie verstört wirkt und mich ratlos macht. Warum dieser Entschluss? Warum jetzt? Was soll das bedeuten? Ein Rätsel bis auf den heutigen Tag, gut drei Monate später.
Nach dem Rätsel kam die Hoffnung
Welch´ eine Chance für die Politik – für die Kanzlerin. Sie sagt ja immer: „Außergewöhnliche Umstände verlangen außergewöhnliches Handeln.“
Wie, wenn sich jetzt Vertreter aller fünf im Bundestag vertretenen Fraktionen um einen großen Tisch zusammensetzten und Namen sammelten – für eine Kandidatur.
Am besten einen Kandidaten für alle und wenn das nicht geht, einen Kandidaten der Regierung und einen der Opposition. Welch´ schönes Beispiel einer offenen Demokratie könnte das sein!
Nach der Hoffnung kam die Enttäuschung
Das war natürlich naiv. Drei Tage später gab uns die Kanzlerin ihren Regierungskandidaten bekannt – mit dem schönen Satz: „Christian Wulff wird ein wunderbarer Bundespräsident.“ Dann zogen SPD und GRÜNE ihren Joker: „Joachim Gauck – wir erhoffen er erhält auch viele bürgerliche Stimmen.“
So geht das also, dachte ich, ratz-fatz, partei-strategisch, partei-taktisch, partei-interessen-gesteuert… und mir war klar, dass ich, Wahlfrau Jochimsen, eine von 1224 Wahlfrauen und Wahlmännern weder Christian Wulff noch Joachim Gauck meine Stimme würde geben können, denn von linker Politik waren beide gleich weit entfernt – aus meiner Sicht waren das Kandidaten von der Rückseite des Mondes. weiterlesen …
19. August 2010 in Publikationen
Diese Frage stellt das wöchentliche Magazin GRAZIA in seiner aktuellen Ausgabe. In diesem Pro & Kontra sage ich NEIN und begründe dies wie folgt. Den Gegenpart vertritt Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der deutschen Polizeigewerkschaft.
Ein Pranger ist ein Pranger ist ein Pranger. Als Schulkinder haben wir gelernt, dass das An-den-Pranger-Stellen eines Menschen in inhumane Zeiten gehört: die frühen Gesellschaften, das Mittelalter. Und jetzt im Jahr 2010 diskutieren wir auf einmal darüber, ob der Pranger nicht doch ein angemessenes Mittel sei, die Bevölkerung vor aus der Haft entlassenen Sexualstraftätern zu schützen. weiterlesen …
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