Arbeit in Thüringen
05. März 2010
Eine alarmierende Nachricht erreichte mich die Woche aus Greiz: In der Nacht zum Dienstag zerstörten Unbekannte eine Schaufensterscheibe des Bürgerbüros meines Fraktionskollegen Frank Tempel – am Markt, mitten in der Stadt. Glücklicherweise kam niemand zu Schaden.
“Ich verurteile jeglichen Einsatz von Gewalt, ob sie gegen Menschen oder gegen Eigentum gerichtet ist. Zumal die Arbeitskraft der MitarbeiterInnen damit vereinnahmt wird und somit auch das Geld der Steuerzahler”, so Frank Tempel. Trotz der nun etwas schwierigen Arbeitsbedingungen bleibt das Büro zu den üblichen Zeiten für die Anliegen der BürgerInnen geöffnet – nun erst recht!
24. Februar 2010
Mit Entsetzen habe ich die Nachricht zur Kenntnis genommen, dass die Rückkehr des Panzerbataillons 701 am 8.April in Gera mit einer militärischen Inszenierung auf dem Marktplatz begangen werden soll.
Als Kind habe ich das Grauen des Krieges selbst miterlebt und musste mit ansehen, wie einst gefeierte Kriegshelden als zerbrochene Menschen zurückkehrten. Ich hätte niemals geglaubt, dass Krieg in Deutschland wieder gefeiert wird.
Stattdessen fordere ich, mit einer Kundgebung für den Frieden ein Zeichen gegen den Krieg und die schleichende Remilitarisierung zu setzen. Dabei muss auch der zivilen Opfer des militärischen Engagements der Bundeswehr gedacht werden. weiterlesen …
04. Februar 2010
Gestern fand im Erfurter Rathaussaal der Neujahrsempfang der Thüringer Linken statt – eine schöne Gelegenheit, um mit Kollegen, Bekannten, Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Bodo Ramelow, Hauptrednerin Gesine Lötzsch, Katja Kipping und Kersten Steinke (v.l.n.r.)

Geburtstagskind Tamara Thierbach, LINKE-Bürgermeisterin und Kulturdezernentin der Stadt Erfurt

Mit Ralph Lenkert (3.v.l.) und Harald Graef (2.v.r.), dem Präsidenten des Thüringer Verfassungsgerichtshofes
04. Februar 2010
Anlässlich des heutigen Aktionstages der Thüringer Solarindustrie erklären die Thüringer Abgeordneten der LINKEN im Bundestag, Kertsen Steinke, Frank Tempel, Jens Petermann, Ralph Lenkert und ich:
Die Pläne der Bundesregierung, die Einspeisevergütung für Solarstrom deutlich zu kürzen, gefährden in Thüringen tausende Arbeitsplätze. Wir erklären uns deshalb mit den Beschäftigten der Solarindustrie, die heute in verschiedenen Thüringer Städten gegen das Regierungsvorhaben demonstrieren, solidarisch. Ralph Lenkert, Sprecher der Landesgruppe, wird heute bei Schott Solar in Jena vor Ort sein, um den Betroffenen als Gesprächspartner zur Verfügung zu stehen. Die Kürzung der Förderung muss schnellstens vom Tisch, denn sie vernichtet Arbeit und ist nicht zuletzt auch energiepolitisch eine Katastrophe.
26. Januar 2010
“Zur Frage der Himmelsrichtungen” ist eine Veranstaltungsreihe der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V., die sich an mehreren Abenden mit der deutschen Einheit beschäftigt. Für Montag (25. Januar) war ich als Rednerin eingeladen und habe mich im Gespräch mit dem Wirtschaftswissenschaftler Prof. Friedrich Thießen von der Technischen Universität Chemnitz diesem Thema genähert.
20 Jahre deutsche Einheit – hier und da gibt es sie, die damals verheißenden blühenden Lanschaften. Aber so richtig grün sind sich Ossis und Wessis einander bis heute nicht. 50 Prozent der Westdeutschen haben ihren Fuß noch nie auf das Gebiet der ehemaligen DDR gesetzt und im Osten backt man immer noch “DDR-Brötchen”, neuerdings auch “Brötchen alter Backart” genannt. Wie sieht es in Thüringen aus? Heißt es immer noch: Wessis in Weimar – Ossis in Eimer? Ist das Herz Deutschlands gespalten? Leben wir immer noch unter einem geteilten Himmel? Erledigt sich das Problem mit dem Heranwachsen der Nachwende-Generation in Ost und West? Sollte man Fragen überhaupt stellen, oder ist es besser so zu tun, als wäre da nichts als Eintracht?
Diesen Fragen will die Reihe nachgehen und dabei nicht nur das “Großeganze” betrachten, sondern sie auch auf Thüringer und Weimarer Verhältnisse herunter brechen.
21. Januar 2010

Vom 20. bis 22. Januar ist auf meine Einladung eine bunt gemischte Truppe aus Thüringen in Berlin – Schülerinnen und Schüler einer berufsbildenden Schule in Weimar und Mitglieder des Theatervereins Hildburghausen -, um gerade das politische Berlin besser kennen zu lernen. Auf ausdrücklichen Wunsch meiner Gäste, besuchten wir heute gemeinsam die Amerikanische Botschaft – auch für mich ein interessanter Termin, da ich das neue Gebäude am Pariser Platz noch nicht kannte. Herr Peterson aus der politischen Abteilung der Botschaft berichtete von seiner Arbeit und stand den interessierten Zuhörern Rede und Antwort. Die Begeisterung für den Präsidenten Obama, der im Gegensatz zu seinem Vorgänger klare Worte spräche und beispielsweise die Banken zur Verantwortung zöge, war unüberhörbar. Aber es gab durchaus auch viele kritische Anmerkungen und Fragen: weiterlesen …
18. Januar 2010

4 Veranstalter - 4 politische Ebenen: Gabriele Zimmer, Mitglied des Europäischen Parlaments; ich als Mitglied des Bundestags; Thomas Hartung, Mitglied des Thüringer Landtags; Jan Tampe, Kreisvorsitzender Apolda/Weimar (v.l.n.r.)

Rückblick auf unseren „schillernden“ Neujahrsempfang in Weimar am vergangenen Freitag. Die Fotos zeigen uns als gastgebende „Viererbande“ und einen Schnappschuss mit Schiller, dem Schauspieler Ulli Ackermann. Die Thüringer Allgemeine nahm am Tag danach ein Zitat von mir auf: „Wir leben auch als Linke in einer Krise. Die reicht von Berlin bis Weimar und zurück.“ Außerdem ging die Zeitung in ihrem Artikel „Linke setzen innerparteiliche Debatte fort“ auf das Angebot von Thomas Hartung ein, der in seiner kurzen Ansprache alle Genossen zur Zusammenarbeit eingeladen hat. weiterlesen …
15. Januar 2010

Für Kunst & Kultur: Christina Wollrab (l.) und Sabine Cozacu (2.v.r.) von der Kunstschule und Sybille Suchy (r.) vom BDK Thüringen, dem Fachverband für Kunstpädagogik
Gestern besuchte ich die Jugendkunstschule IMAGO, um mir ein Bild über die Arbeit, Situation und Perspektive dieser Institution zu machen. Leider ist die Schule in großer finanzieller Bedrängnis. Deshalb starteten die Verantwortlichen jetzt den Aufruf
“100 SUCHEN 100″, um 100 Personen zu finden, die IMAGO mit jeweils einer Spende über 100 Euro unterstützen. Ich habe sofort meine Zusage gegeben, eine der 100 UnterstützerInnen zu sein. Und auch meine Fraktionskollegen aus Thüringen werde ich bitten, sich an dieser wichtigen Aktion zu beteiligen.
14. Januar 2010

Gisela Kraft verstarb letzte Woche nach schwerer Krankheit
Lange habe ich gar nicht gewusst, dass die Schriftstellerin Gisela Kraft in Weimar lebt und arbeitet. Als ich sie dann zum ersten mal traf, war es ein besonderes Erlebnis, das ich nie vergessen habe.
Zum Frauentag im vergangenen Jahr hatten wir Gisela Kraft dann in unserem „Café Gedanken frei“ zu Gast, wo sie aus ihrem bewegten Leben im Spannungsfeld zwischen Ost und West berichtete und aus ihren „Deutsch-deutschen Erinnerungen“ las – ein spannender und kurzweiliger Vormittag. Nun möchte ich im nächsten „Café Gedanken frei“ am 24. Januar u.a. an die Weimarpreis-Trägerin erinnern, die sich so für ihre Stadt einsetzte und auch uns Politiker immer wieder dazu aufrief, unsere „Talente zu nutzen“, um die Kultur in Weimar und Thüringen zu schützen.
Gisela Kraft wird heute, um 13 Uhr auf dem Weimarer Hauptfriedhof beigesetzt. Ich nehme daran teil und werde ihr Lebensmotto im Gedächtnis behalten, wie sie es zu ihrem 70. Geburtstag beschrieb:
„Das Leben in vollen Zügen weiterleben. Also Arbeiten, also Lesen, also Geselligkeit, Gespräche mit Freunden, Widersachern und Sympathisanten, Worte und Whiskey, Cello und Theater, Poesie und Gewürz.“
13. Januar 2010

Heute Morgen: Im Gespräch mit Radio-F.R.E.I.-Moderator Carsten Rose
Unter dem vorangestellten Motto nehme ich in dieser Woche eine Reihe von Terminen in Erfurt und Weimar wahr. Am Donnerstag werde ich die Erfurter Jugendkunstschule IMAGO besuchen, um die Einrichtung mit einer Spende zu unterstützen. Dies ist mir ein Herzensanliegen, wenn man sich die prekäre Lage der freien kulturellen Trägervereine anschaut. Die entstandenen Löcher in den kommunalen Haushalten dürfen uns nicht dazu veranlassen, Kultur tot zu sparen!
Bereits heute habe ich im Vormittagsprogramm von Radio F.R.E.I. ab 9 Uhr erläutert, dass für den Bereich der Kultur, gerade in Zeiten der Krise, ein Umdenken Not tut. Denn angesichts drohender Schließungen wird uns viel eher bewusst, was wir an der jeweiligen Einrichtung haben, und ist ein Theater erst einmal geschlossen oder ein historisches Gebäude verfallen, so ist auch ein Stück kulturelle Substanz unwiederbringlich verloren gegangen. Daher benötigen wir jetzt ein Soforthilfeprogramm Kultur, wofür ich mich als kulturpolitische Sprecherin meiner Fraktion stark mache.
Um Möglichkeiten des Erhalts kultureller Substanz geht es dann auch am Freitag, wenn ich das „Kooperationszentrum für Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut“ der FH-Erfurt besuchen werde. Viel zu lange war der Grundsatz vorherrschend, etwas lieber neu zu machen, anstatt es wiederherzustellen. Im Anschluss besuche ich noch die Alte Synagoge in Erfurt.
(siehe auch ‘Termine’)
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