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Tagebuch

Glückwünsche an das DDR Museum

Ich freue mich sehr, dass das Berliner DDR Museum das bedrohte Wandbild „Lob des Kommunismus“ von Ronald Paris aufnimmt und der Öffentlichkeit zugänglich macht (siehe Pressemitteilung des Museums und meine Tagebucheinträge vom 25. März, 13., 15. und 28. April) – was ich dem Direktor des Museums, Robert Rückel, heute auch gleich geschrieben habe. Die Rettung dieses Kunstwerkes, einem Epochenbild und Zeugnis deutscher Kulturgeschichte, trägt hoffentlich auch dazu bei, dass man dem kulturellen Erbe der DDR nicht weiter mit Gleichgültigkeit begegnet.
Und im Herbst schaue ich mir das Bild dann natürlich selbst an, wenn es gemeinsam mit einer erweiterten Dauerausstellung zu besichtigen ist.

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Das elf Meter breite Wandbild "Lob des Kommunismus" aus dem Jahr 1969

Ein 'Soforthilfeprogramm Kultur' könnte helfen

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Im April vor Ort in Wuppertal: mit Bernhard Sander und Susanne Herhaus, DIE LINKE Wuppertal

Morgen wird über unseren Antrag „‘Soforthilfeprogramm Kultur‘ zum Erhalt der kulturellen Infrastruktur einrichten“ in 2. und 3. Lesung im Parlament abgestimmt werden. Ohne Debatte – mit zu Protokoll gegebenen Reden.
Es heißt, es gibt nichts Neues in der Diskussion – und: es ist schon alles gesagt, der Worte sind genug gewechselt…
Also wird abgestimmt und mehrheitlich abgelehnt werden. Das Spiel ist bekannt.
Genau deshalb möchte ich an dieser Stelle meine Argumentation wiederholen: warum wir diesen Antrag eingebracht haben und für notwendig erachten:
Im Art. 104 GG heißt es klipp und klar:

„der Bund kann im Fall von außergewöhnlichen Notsituationen, die sich der Kontrolle des Staates entziehen und die staatliche Finanzlage erheblich beeinträchtigen, auch ohne Gesetzgebungsbefugnisse Finanzhilfen gewähren.“

Wer will bestreiten, dass diese Situation eingetreten ist? Dazu ein Beispiel:

19 Theater gibt es in NRW zwischen Aachen und Wuppertal, Bielefeld und Paderborn. Ihre Intendanten haben eine gemeinsame Resolution verfasst, die auf die derzeitige Situation der so unterschiedlichen großen und kleinen Bühnen aufmerksam machen soll.
In der Vorbemerkung heißt es da: weiterlesen …


Rückblick auf den Wahltag

30201635.000013Es ist schon sonderbar, wie eigene Erfahrung und veröffentlichte Meinung über ein und denselben Tag auseinanderklaffen.
Also, wir haben alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann. Die Sender und Zeitungen, die stets befürchten, dass das Abendland untergeht, sollte es irgendwo und irgendwie in Deutschland zu einer gemeinsamen Politik von Rot-Rot-Grün kommen, vergießen nun Krokodilstränen darüber, dass wir nicht „über unseren Schatten gesprungen“ sind und Joachim Gauck mit gewählt haben. „Über unseren Schatten springen“ heißt aber, unsere politischen Inhalte vergessen und verraten und eben eine Partei wie alle anderen werden: machtorientiert um jeden Preis, „flexibel“ hier und dort, reine Apparate zur Machtgewinnung ohne inneren Kern.
Ich bin „stolz“, dieses Wort spreche ich sehr selten aus, dass wir genauso nicht sind und es bei dieser Wahl auch gezeigt haben. weiterlesen …


Business as usual – gestern im Kulturausschuss

PalastDer Kulturstaatsminister Bernd Neumann zeigte sich „in diesen Zeiten“ sehr zufrieden, bei der Sparklausur der Bundesregierung „Angriffe abgewehrt“ zu haben. Mit der zeitlichen Verschiebung des Wiederaufbaus des Schlosses ist er einverstanden, weil so die inhaltliche Diskussion vertieft sowie die Akzeptanz in der Bevölkerung gesteigert werden könne. Auf meine Nachfrage, was das Moratorium real für den finanziellen Arbeits- und Produktionsaufwand bedeutet, antwortete er, dass er als Dienstherr der Stiftung Preußischer Kulturbesitz nur für die inhaltliche Ausrichtung zuständig sei. Ich habe daraufhin gebeten, dass der für den Bau zuständige Minister, Peter Ramsauer, so bald wie möglich in den Kulturausschuss eingeladen wird. weiterlesen …


Warum ich für das Bundespräsidentenamt kandidiere

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So eine Kandidatur hat immer mit dem eigenen Leben zu tun.

Meine Kindheit wurde durch den Krieg beherrscht. Deshalb wurde Frieden, Eintreten für den Frieden mein Lebensthema. Meine Jugend nach 1945 prägte die amerikanische Re-Education. Schlüsselbegriffe sind seitdem für mich: Freiheit, Demokratie und die Würde des Einzelnen – auch das Streben nach Glück.
Als junge Soziologin und Journalistin erlebte ich dann die Zeit des Kalten Krieges – sie entwickelte meine Kritik.

- Kritik an bedingungsloser Westbindung
- Kritik an der Wiederbewaffnung
- Kritik an der Einbeziehung der Nazis, am Umgang mit der Geschichte der Nazi-Diktatur.
- Kritik am zunehmenden kapitalistischen Einfluss – und der war damals ein Kinderspiel im Vergleich zu heute. weiterlesen …


Am Samstag in Chemnitz: Symposium zu dem Thema „Kultur in Krisenzeiten. Zur Perspektive der Kultur(politik) in Sachsen"

ChemnitzDas Außergewöhnliche bei dieser Veranstaltung brachten die Kulturbürgermeisterin von Chemnitz, Heidemarie Lüth (3.v.l.) und ihre beiden Kollegen, Dr. Ralf Lunau aus Dresden (2.v.r.) und Michael Faber aus Leipzig (2.v.l.) ein: ein Bekenntnis zu linker Kulturpolitik in diesen drei sehr unterschiedlichen Städten.

Kultur als Daseinsfürsorge,
Kultur, die sich unentbehrlich machen muss,
Kultur als Investition in unsere Zukunft und gleichzeitig als Bewahrung unserer Schätze, die uns vorausgegangene Generationen überliefert haben.

Der Generalintendant von Chemnitz, Dr. Bernhard Helmich (rechts), schilderte den schon lange andauernden Kampf um den Erhalt des Theaters und beschrieb als Hauptsache den Rückhalt in der Stadt. Wenn Bürgerinnen und Bürger um ihr Theater kämpfen und der Politik unmissverständlich klar machen, dass sie ihr Theater brauchen und wollen, dann lässt sich Kultur erhalten. Über dem Schauspielhaus, in dem wir zusammen waren, steht übrigens in großen roten Buchstaben als Motto:
GLAUBE LIEBE HOFFNUNG.

BITTE LESEN UND WEITERSAGEN


Für die Buddhas von Bamiyan fehlt das Geld

BuddhaIm Unterausschuss Auswärtige Kultur und Bildungspolitik am Montag ging es u. a. um die Streichung der Mittel für die von den Taliban gesprengten Buddha-Statuen in Bamiyan. Bislang hat das Auswärtige Amt die Arbeiten in Bamiyan mit rund einer Million Euro gefördert, davon im vergangenen Jahr 150.000 Euro. In diesem Jahr wurden die Zuwendungen allerdings gestoppt. In diesem Zusammenhang wurde auch festgestellt, dass in fast allen Bereichen der Förderbudgets die Ausgaben zurückgefahren worden sind.

Ulla Schmidt (SPD) fragte in dieser öffentlichen Sitzung die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper (FDP), wie dieser Umstand mit dem erklärten Regierungsziel, Bereiche wie Bildung, Kultur und Wissenschaft in Afghanistan besonders zu fördern, zusammenpasse. Ich gab zu bedenken, dass Deutschland sein begonnenes Projekt nicht aufgeben und einfach auf europäische Partner abwälzen darf. Das ist ein falsches, negatives Signal. Auch Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) sprach sich dafür aus, dass Deutschland nun Präsenz zeigen müsse in der Problematik der „systematisch zerstörten Statuen“ – vor allem deswegen, weil es eine privilegierte Beziehung zu deutschen Archäologen und Denkmalpflegern gebe. Peter Gauweiler, Vorsitzender des Unterausschusses, betonte die Wichtigkeit, dieses Projekt fortzusetzen. „Schon aus Gründen der Selbstachtung. Ein Abbruch des Projekts würde einen schalen Beigeschmack hinterlassen“, befand er.

Im sechsten Jahrhundert nach Christus waren im Tal von Bamiyan im heutigen Afghanistan zwei Buddhastatuen entstanden – die eine 55 Meter hoch, die andere 38. Die Region war damals buddhistisch, blieb es aber nicht lange, und so begannen die größten Buddhafiguren der Welt im Laufe der Jahrhunderte zu verfallen. Am 12. März 2001 sprengten die Taliban die beiden Statuen.


Auf die Plätze! Theater! Los!

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Vor der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt

Unter diesem Motto fanden am Samstag in allen Thüringer Städten mit Landestheatern oder Orchestern Aktionen statt. In Nordhausen trat das Theater gemeinsam mit dem Lohorchester in einem Einkaufscenter auf, in Weimar und Erfurt wollten die Theater sich auf öffentlichen Plätzen präsentieren. weiterlesen …


Rückblick auf die Tage im Zeichen der Erinnerung an den 8. Mai 1945 – Teil 3

Sonntag, 9. Mai wieder in Weimar, diesmal im Bahnhof im Jugendtheater stellwerk das „Café Gedanken frei“.

Podium
Thomas Hartung, Ottomar Rothmann, Horst Walkling-Röhn, Steffen Trostorff, Jens-Christian Wagner (v.l.n.r.)

Gespräche auf zwei Ebenen. Thomas Hartung mit Ottomar Rothmann, der in Buchenwald befreit wurde und Horst Walkling-Röhn, der 1942 nach Auschwitz deportiert wurde und 1945 mit den Todesmärschen nach Buchenwald kam.
Schwer lastet der Apell an uns: Allem und frühzeitig entgegenzusetzen, was zu einer Wiederholung dessen führen könnte, was sie durchlitten und wie ein Wunder überlebt haben. weiterlesen …


Rückblick auf die Tage im Zeichen der Erinnerung an den 8. Mai 1945 – Teil 2

Der Himmelsfahrtsfeiertag eignet sich, um den Rückblick auf die Tage um den 8. Mai und das vielfältige Gedenken an die Befreiung Deutschlands vor 65 Jahren fortzusetzen.
Vorgestern ging es schon um den 7. Mai, den Tag im Parlament.
Heute: der 8. Mai selbst.

Gruppe
Volkhardt Germer (3.v.r.) und Priester Michail Rahr (2.v.r.)

BlumenIch bin in Thüringen. In den Zeitungen keine Silbe über das historische Datum, das doch im Grunde der wichtigste Moment in unserer nachfaschistischen Zeit ist. Wären wir hier ohne die Befreiung der Alliierten? Was wären wir ohne ihre Taten?
Um 10 Uhr findet in Weimar im Schlosspark, ein paar Schritte hinter der Anna-Amalia-Bibliothek eine kleine Gedenkfeier auf dem Ehrenfriedhof für die gefallenen Soldaten der Roten Armee statt. Der Oberbürgermeister von Weimar hat dazu eingeladen. Außer mir kein Bundestagsabgeordneter, kein Landtagsabgeordneter und auch der Stadtrat von Weimar glänzt durch Abwesenheit. weiterlesen …


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