Zum Menü zum Inhalt

Tagebuch

„Brot und Rosen“

Beim Treffen der kulturpolitischen SprecherInnen der Partei DIE LINKE am vergangenen Freitag waren sich alle Beteiligten einig: Kultur muss einen größeren Stellenwert in der strategischen und programmatischen Debatte der Linken erhalten. Das sollten wir viel offensiver einfordern!
Der Kreis der SprecherInnen hat seinen Vorschlag zum neuen Programm formuliert. Schön und gut. Aber ich wollte in dieser Runde wissen, ob es nicht Worte und Bilder sind, die unseren kulturellen Anspruch in der heutigen Zeit treffend und nachvollziehbar beschreiben? „Denn wovon lebt der Mensch?“ fragt Bertolt Brecht. „Wir wollen Brot und Rosen“ sagten die Arbeiterinnen in New York als sie vor 100 Jahren den Frauentag ausriefen. „Brot und Rosen“ – das wäre für mich zum Beispiel ein geeignetes Motto, um unseren programmatischen Anspruch als Linke auszudrücken. Denn der Mensch lebt nicht von Brot allein. Er braucht mehr. Es geht um Lebensqualität. Wir sollten die Debatte um Kultur viel weiter führen, nicht verengt auf kulturelle Einrichtungen oder kulturelle Bildung, sondern verbunden mit der Frage, welches Leben wir führen wollen. Gerade jetzt nach den Ereignissen in Japan sind wir herausgefordert, neu über unsere Lebensweise, das Wünschbare und Mögliche nachzudenken. Eine Debatte über eine „alternative Moderne“ steht an.

Der Slogan „Brot und Rosen“ stammt aus einem Gedicht von James Oppenheim, welches 1911 im American Magazine veröffentlicht wurde und den Frauen im Westen gewidmet ist. HIER das Gedicht


BILD berichtet falsch!

Am Freitag hat BILD seine Leser eingeladen, über das Freiheits- und Einheitsdenkmal abzustimmen – übrigens bei BILD heißt das Kunstwerk EINHEITS-DENKMAL. Punkt. Und oh Wunder, am Sonnabend hieß es groß aufgemacht auf Seite 2:
„Die überwältigende Mehrheit der BILD-Leser hat für den Entwurf ‚Bürger in Bewegung‘ von Johannes Milla und Sasha Waltz gestimmt. Es ist der gleiche Entwurf, für den sich auch der Kulturausschuss des Bundestages entschieden hat. WIR FINDEN DIESE OBSTSCHALE GUT!“

Und da berichtete BILD falsch:
Der Kulturausschuss hat sich nicht für den nun ausgewählten Entwurf entschieden. Ausdrücklich nicht! (Seine Entscheidung wäre übrigens auch nicht bindend.) Aber entscheidend ist nun mal, dass der Ausschuss keine Entscheidung gefällt hat – auch wenn der Kulturstaatsminister so tat, als würde das eine Ausschusssache sein.
Nein, die Verantwortung für den ausgewählten Entwurf tragen Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesbauministerium, das für die Wettbewerbsdurchführung verantwortlich war, und der Kulturstaatsminister.

Dem BILD-Chefredakteur, Kai Diekmann, habe ich heute auch folgenden BRIEF geschrieben.

Siehe auch noch einmal meine Presseerklärung „Denkmalsfarce“.


Die Denkmalsfarce

Das neue Denkmal als Modell
Mit Rosi Hein im Kulturausschuss

„Verschaukelt“ überschreibt die Berliner Zeitung heute ihren ausführlichen Bericht über das Freiheits- und Einheitsdenkmal, das Kulturstaatsminister Bernd Neumann heute im Kulturausschuss vorstellen und dann gleich noch abstimmen lassen wird.
Und in der Tat verschaukelt komme ich mir vor. Seit Wochen haben wir Ausschussmitglieder um einen Sachstandsbericht zu diesem Millionenobjekt gebeten. Ohne Erfolg. Und nun heißt es plötzlich: Leute, es geht los! Und ich lade euch auch zur „Mitentscheidung“ ein! Heute also um 16.30 Uhr.
Dabei ist die Entscheidung längst gefallen – die Zeitungen beschreiben heute ausführlich die „Riesen-Wippe / Obstschale der Nation / Halfpipe de luxe / Berliner Bettpfanne / Teutonenschanze…“, für die sich der Kulturstaatsminister entschieden hat.
Warum will er die Mitentscheidung des Kulturausschusses überhaupt, die sowieso nicht bindend ist? Weil es so schön demokratisch aussieht – und er in Zukunft stets behaupten wird: „Die Entscheidung ist mit großer Mehrheit des Parlaments gefallen“. Was noch zu beweisen wäre – die Fraktion der Grünen und der Linken werden heute sicher im Ausschuss nicht zustimmen – wie die größte Oppositionsfraktion, die SPD, sich verhält bleibt abzuwarten.
Wie heißt es am Schluss des Artikels in der Berliner Zeitung so treffend: „Folgt jetzt kein nennenswerter öffentlicher Widerstand, dann verdienen die Deutschen nichts Besseres als diese belanglose Geschichtsschaukel.“

+++ Und hier meine heutige Pressemitteilung dazu: Die Denkmalsfarce +++

DER TAGESSPIEGEL: „Einheitsdenkmal in Berlin – Und der Sieger ist…
Der Gewinner im Wettbewerb für das Einheitsdenkmal steht fest. Es ist der überarbeitete Entwurf des Designers Johannes Milla und der Berliner Choreografin Sasha Waltz.

„Die kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Luc Jochimsen, sprach am Dienstag von Instrumentalisierung. Statt des eigentlich angekündigten Sachstandsberichts solle nun ein Beschluss ‚durchgepeitscht‘ werden.“

BERLINER ZEITUNG: „Verschaukelt“
Eine Riesenwippe für die Deutschen: Heute wird der Preisträger für das Einheitsdenkmal verkündet.


Mit dem Außenminister für 3 Tage in Peking – erster Bericht von unterwegs (2)

Der erste Tag in China liegt hinter mir. Gleich nach der Ankunft gab es ein gemeinsames Essen mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Li Kequiang. Außerdem konnten wir einige erste Eindrücke von der riesigen Stadt Peking sammeln. Heute steht ein Gespräch mit dem ersten Mann in China, dem Ministerpräsidenten Wen Jiabao, auf unserem Programm.

Und dann kommt für mich der eigentliche Höhepunkt der Reise: Die Eröffnung der Ausstellung „Die Kunst der Aufklärung“ im Chinesischen Nationalmuseum in Peking.

Diese Ausstellung ist ein Großprojekt der deutschen Kulturarbeit im Ausland. Sie ist ein Höhepunkt der kulturellen Beziehung zu China. Dies zeigen auch die Kosten in Höhe von ca. 10 Mio. Euro. Sie  ist ein Gemeinschaftsprojekt der Staatlichen Museen zu Berlin, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München mit dem Chinesischen Nationalmuseum. Zu sehen sind unter anderem Werke von Caspar David Friedrich, Goya, Piranesi, Watteau und Gainsborough, darüber hinaus Kunsthandwerk, Mode der Epoche und wissenschaftliche Instrumente.

Aber nicht nur die Ausstellung ist beeindruckend, sondern auch das Museum in dem sie gezeigt wird.

weiterlesen …


Mit dem Außenminister für 3 Tage in Peking – erster Bericht von unterwegs (1)

Das Chinesische Nationalmuseum in Peking

Seit gestern Abend befinde ich mich für drei Tage in China. Gemeinsam mit dem Außenminister, Guido Westerwelle, absolvieren wir ein umfangreiches Programm. In der Delegation reisen auch der Sächsische Ministerpräsident Tillich und einige KollegInnen aus dem Ausschuss für Kultur und Medien mit. Neben Gesprächen mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten der Volksrepublik China Li Keqiang, treffen wir auch den Minister für Kultur, Herrn Cai Wu. Aber wir reden nicht nur mit Regierungsvertretern, sondern haben auch die Gelegenheit, mit chinesischen Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch zu kommen.

Ganz besonders freue ich mich auf den Besuch des größten Museums der Welt, des Chinesischen Nationalmuseums in Peking. Hier werde ich an der Eröffnung der Ausstellung „Kunst der Aufklärung“ teilnehmen können, in der viele Werke aus Berlin, Dresden und München zum Teil erstmals in China präsentiert werden.

Während der Reise erläutere ich nur kurz das Programm, aber Anfang nächster Woche erhalten Sie an dieser Stelle einen ausführlichen Reisebericht.


Nachträgliche Geburtstags-Überraschung

Bei einem kleinen Sektempfang am Dienstag gratulierte mir Gregor Gysi im Namen der gesamten Fraktion zu meinem 75. Geburtstag am 1. März. Ich habe mich riesig darüber gefreut – wie die kleine Fotoserie zeigt…


Unsere Fraktion übernimmt Patenschaft für serbische Autorin auf der Leipziger Buchmesse

Serbien ist Schwerpunktland auf der diesjährigen Buchmesse vom 17. bis 20. März – und die serbische Autorin Sonja Veselinović kommt auf Einladung der Bundestagsfraktion DIE LINKE in die Messestadt.
Dies ist eine schöne Folge meiner Kulturausschuss-Reise nach Ungarn und Serbien im vergangenen September und ein wunderbares Beispiel praktischer Kulturpolitik. Damals lernten wir in Belgrad eine Gruppe junger Autorinnen und Autoren kennen, die gerne mit ihren Werken nach Leipzig gekommen wären, aber durch das serbische Kultusministerium keine finanzielle Hilfe erhielten. Wir Abgeordneten bzw. die Fraktionen haben daraufhin für fünf Schriftstellerinnen und Schriftsteller diese Finanzierung übernommen – und eine davon ist Sonja Veselinović.

Ihren Leipzig-Aufenthalt nutzen wir auch für eine kleine eigene Veranstaltung:
Am Samstag, den 19. März 2011 wird Sonja Veselinović zwischen 11 und 11.30 Uhr auf dem Messegelände (Halle 5, Stand A 300) lesen, nachdem ich sie kurz vorgestellt habe. Auch meine Fraktionskollegin aus Leipzig, Barbara Höll, wird mit dabei sein.

Die 29-jährige Sonja Veselinović machte ihren Magister am Lehrstuhl für vergleichende Literaturwissenschaft an der Philosophischen Fakultät in Novi Sad, wo sie inzwischen beschäftigt ist. 2008 veröffentlichte sie einen Band mit lyrischer Prosa: „Poema preko“, sie schreibt Literaturkritiken, Essays und macht Übersetzungen aus dem Französischen. 2007 erhielt sie den ersten Preis beim Festival junger Dichterinnen und Dichter in Zajecar und zwei Jahre darauf das Borislav Pekic Stipendium für den Romanentwurf „Krosfejd“. Im vergangenen Jahr nahm sie an dem Projekt „European Borderlands – Literature on the road“ teil, das Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Serbien, Ungarn, Deutschland, Slowenien, Kroatien und der Schweiz versammelte – initiiert vom Literarischen Colloquium Berlin und der Allianz Stiftung.


100 Jahre Internationaler Frauentag

Vor 100 Jahren haben uns amerikanische Frauen ein großartiges Lebensmotto auf den Weg gegeben: Wir wollen Brot und Rosen, haben sie gesagt. Als ich das das erste Mal als junges Mädchen gehört habe, hat mich das überwältigt und es fasziniert mich bis auf den heutigen Tag.

Ja, das ist das, was wir wollen. Brot – das heißt Arbeit, Selbstständigkeit, Würde, ein Leben für uns und andere. Und dann Rosen – Schönheit, Liebe, Zugewandtheit, Poesie. Beides wollen wir und zwar nicht nur am Internationalen Frauentag einmal im Jahr – sondern jeden Tag.

BITTE LESEN UND WEITERSAGEN

Dieses Statement von mir zum heutigen Internationalen Frauentag und sechs weitere meiner Fraktionskolleginnen gibt es HIER in einem Video zu sehen.

Mehr Informationen, Materialien, Meinungen… zu diesem wichtigen Tag unter www.linksfraktion.de


Lage für Kloster Mor Gabriel wird immer bedrohlicher

2009 war ich mit den Kolleginnen Monika Griefahn und Claudia Roth vor Ort und weiß deshalb genau um die wirtschaftlichen und existenziellen Bedingungen des Klosters Bescheid.

Über den Dachverband der Aramäer in Deutschland erreichte mich die Nachricht, dass das Kloster Mor Gabriel im Südosten der Türkei einen weiteren schweren Rückschlag hinnehmen musste: Im sogenannten „Waldverfahren“ hat das Oberste Gericht in Ankara die Berufung des Klosters gegen eine frühere negative Entscheidung des Gerichts in Midyat abgewiesen und große Landflächen, die seit Jahrhunderten im Besitz des Klosters sind, der staatlichen Forstbehörde zugesprochen. Dabei handelt es um ca. 27,6 Hektar Land. Bereits am 26. Januar 2011 urteilte der Oberste Gerichtshof in Ankara gegen das Kloster Mor Gabriel und sprach der Staatskasse 24,4 Hektar Land zu (siehe Pressemitteilung vom 2. Februar). Insgesamt wurden somit bisher ca. 52 Hektar Land enteignet – damit sind die Existenz des Klosters und die Religionsausübung der syrischen Christen in der Türkei massiv gefährdet.
Der Unterausschuss Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik erarbeitet gerade einen Brief an den Botschafter der Republik Türkei in Deutschland, Ahmet Acet, in dem wir die Türkei dringlichst dazu auffordern, etwas zum Schutz der Religionsfreiheit von nichtmuslimischen Minderheiten zu unternehmen.
Wichtig in diesem Zusammenhang: Die EU-Außenminister haben sich am Montag auf ein gemeinsames Dokument zum Schutz der Religionsfreiheit geeinigt, in dem „ausdrücklich die Gewalt gegenüber Christen und ihren Gotteshäusern erwähnt wird.“


Wahlkampf in Hamburg

Das Elbphilharmonie-Desaster

Am Sonntag gab es eine ausführliche Diskussion in der „Roten Möwe“ zur Kulturpolitik in Hamburg. Norbert Hackbusch, Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und Vorsitzender des Kulturausschusses, legte den Bericht des Untersuchungsausschusses zur Elbphilharmonie vor, das sogenannte Elbphilharmonie-Desaster. Unter dem Titel „Versenkt 500 Millionen“ kann sich jetzt jede Hamburgerin und jeder Hamburger genau darüber informieren, wie Geld auf obszöne Weise verschwendet wird, während der Bedarf der Kultureinrichtungen gefährdet ist. „Rettet das Gedächtnis der Stadt“ lautet der Appell der kulturpolitischen Linken im Wahlkampf und erfährt viel Unterstützung. Auch Julia Deng von der Gängeviertel-Initiative war am Sonntag unter den Zuhörern. Ich habe meinen Beitritt zur Genossenschaft Gängeviertel öffentlich gemacht.

Anschließend waren Norbert Hackbusch und ich beim 7. türkischen Literaturfestival in St. Georg. Die Aula der Wolgast-Schule war bis an den Rand gefüllt. Rolf Becker las Texte von Heine. Soviel bürgerliches türkisches Publikum habe ich bisher selten getroffen.

Die nächsten Tage bis zum 20. Februar stehen unter diesem Zeichen:
„Das Gedächtnis der Stadt schützen!“.

Hier die EINLADUNG zu dieser Wahlparty


Seiten: « 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...21 22 23 »

nach oben