Tagebuch
18. Januar 2010 in Arbeit in Thüringen, Tagebuch

- 4 Veranstalter - 4 politische Ebenen: Gabriele Zimmer, Mitglied des Europäischen Parlaments; ich als Mitglied des Bundestags; Thomas Hartung, Mitglied des Thüringer Landtags; Jan Tampe, Kreisvorsitzender Apolda/Weimar (v.l.n.r.)

Rückblick auf unseren „schillernden“ Neujahrsempfang in Weimar am vergangenen Freitag. Die Fotos zeigen uns als gastgebende „Viererbande“ und einen Schnappschuss mit Schiller, dem Schauspieler Ulli Ackermann. Die Thüringer Allgemeine nahm am Tag danach ein Zitat von mir auf: „Wir leben auch als Linke in einer Krise. Die reicht von Berlin bis Weimar und zurück.“ Außerdem ging die Zeitung in ihrem Artikel „Linke setzen innerparteiliche Debatte fort“ auf das Angebot von Thomas Hartung ein, der in seiner kurzen Ansprache alle Genossen zur Zusammenarbeit eingeladen hat. weiterlesen …
14. Januar 2010 in Arbeit in Thüringen, Tagebuch

- Gisela Kraft verstarb letzte Woche nach schwerer Krankheit
Lange habe ich gar nicht gewusst, dass die Schriftstellerin Gisela Kraft in Weimar lebt und arbeitet. Als ich sie dann zum ersten mal traf, war es ein besonderes Erlebnis, das ich nie vergessen habe.
Zum Frauentag im vergangenen Jahr hatten wir Gisela Kraft dann in unserem „Café Gedanken frei“ zu Gast, wo sie aus ihrem bewegten Leben im Spannungsfeld zwischen Ost und West berichtete und aus ihren „Deutsch-deutschen Erinnerungen“ las – ein spannender und kurzweiliger Vormittag. Nun möchte ich im nächsten „Café Gedanken frei“ am 24. Januar u.a. an die Weimarpreis-Trägerin erinnern, die sich so für ihre Stadt einsetzte und auch uns Politiker immer wieder dazu aufrief, unsere „Talente zu nutzen“, um die Kultur in Weimar und Thüringen zu schützen.
Gisela Kraft wird heute, um 13 Uhr auf dem Weimarer Hauptfriedhof beigesetzt. Ich nehme daran teil und werde ihr Lebensmotto im Gedächtnis behalten, wie sie es zu ihrem 70. Geburtstag beschrieb:
„Das Leben in vollen Zügen weiterleben. Also Arbeiten, also Lesen, also Geselligkeit, Gespräche mit Freunden, Widersachern und Sympathisanten, Worte und Whiskey, Cello und Theater, Poesie und Gewürz.“
13. Januar 2010 in Arbeit in Thüringen, Tagebuch

- Heute Morgen: Im Gespräch mit Radio-F.R.E.I.-Moderator Carsten Rose
Unter dem vorangestellten Motto nehme ich in dieser Woche eine Reihe von Terminen in Erfurt und Weimar wahr. Am Donnerstag werde ich die Erfurter Jugendkunstschule IMAGO besuchen, um die Einrichtung mit einer Spende zu unterstützen. Dies ist mir ein Herzensanliegen, wenn man sich die prekäre Lage der freien kulturellen Trägervereine anschaut. Die entstandenen Löcher in den kommunalen Haushalten dürfen uns nicht dazu veranlassen, Kultur tot zu sparen!
Bereits heute habe ich im Vormittagsprogramm von Radio F.R.E.I. ab 9 Uhr erläutert, dass für den Bereich der Kultur, gerade in Zeiten der Krise, ein Umdenken Not tut. Denn angesichts drohender Schließungen wird uns viel eher bewusst, was wir an der jeweiligen Einrichtung haben, und ist ein Theater erst einmal geschlossen oder ein historisches Gebäude verfallen, so ist auch ein Stück kulturelle Substanz unwiederbringlich verloren gegangen. Daher benötigen wir jetzt ein Soforthilfeprogramm Kultur, wofür ich mich als kulturpolitische Sprecherin meiner Fraktion stark mache.
Um Möglichkeiten des Erhalts kultureller Substanz geht es dann auch am Freitag, wenn ich das „Kooperationszentrum für Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut“ der FH-Erfurt besuchen werde. Viel zu lange war der Grundsatz vorherrschend, etwas lieber neu zu machen, anstatt es wiederherzustellen. Im Anschluss besuche ich noch die Alte Synagoge in Erfurt.
(siehe auch ‚Termine‘)
12. Januar 2010 in Tagebuch
„Es gibt zu wenig Vereiniger in der LINKEN“ hat Gregor Gysi gestern festgestellt. Und er hat recht. Nun ist das einerseits nichts verwunderlich, denn an „Vereinigern“ fehlt es seit 20 Jahren im ganzen Land – während ein Einigungsprozess stattfindet. Andererseits macht sich das gerade bei uns als schweres Defizit bemerkbar, weil wir als politische Organisation mit dem „Vereinigen“ stehen – oder fallen. Ja, fallen, wenn statt Vereinigung – wieder mal – Spaltung wird.
Insofern muss alles getan werden, damit Oskar Lafontaine die LINKE führt – als einer der Vereiniger schlechthin. Das ist meine große Hoffnung, die ich vom gestrigen Tag mitnehme in die Arbeit, die bevorsteht.
Ab heute Nachmittag in Thüringen, in Erfurt und Weimar, wo heute Abend Oberbürgermeister Wolf zum Neujahrsempfang lädt.
Ein Wiedersehen mit Feinden und Freunden.
11. Januar 2010 in Tagebuch
Die Botschaft ist klar – ob von Gesine Lötzsch, Lothar Bisky, Klaus Ernst oder Gregor Gysi verkündet: „Pluralismus – Offenheit – Einigkeit“ muss DIE LINKE schaffen. Dann kann sie wirken wie bisher und sogar mehr. Nur so wird es gehen. Ein Versprechen für 2010 ff.
BITTE LESEN UND WEITERSAGEN! Morgen mehr dazu.
05. Januar 2010 in Erinnerungskultur, Tagebuch
„Der BdV habe nachgedacht“, erklärt seine Präsidentin heute in der FAZ und „dabei den Beschluss gefasst“, dass die Stiftung „Flucht Vertreibung Versöhnung“
- aus der übergeordneten Stiftung „Deutsches Historisches Museum“ herausgelöst,
- der Entscheidung der Bundesregierung entzogen und
- von weit mehr als drei Verbandsvertretern im Stiftungsrat vertreten wird.
Das hat der Verband BESCHLOSSEN, wohlgemerkt! Eine von Parlament und Regierung erarbeitete, beschlossene und finanzierte Stiftung in ihr Gegenteil zu verkehren – mehr Anmaßung ist kaum möglich!
Mein Vorschlag: Dieser Beschluss des Verbandes sollte umgehend umgesetzt werden! Dann wird nämlich aus der Bundesstiftung eine Verbandsstiftung und für diese trägt weder der Bundestag noch die Bundesregierung Verantwortung.
„Flucht Vertreibung Versöhnung“ – seit im Dezember der einzige Vertreter Polens, der Historiker Thomasz Szarota, aus dem wissenschaftlichen Beraterkreis ausgeschieden ist, ist der Versöhnungsgedanke ohnehin obsolet geworden. Wir Parlamentarier sollten handeln und nun ein SICHTBARES ZEICHEN der Versöhnung schaffen, das den Namen verdient. Genauso wie es Petra Pau heute in ihrer Presseerklärung vorschlägt: weiterlesen …
29. Dezember 2009 in Tagebuch
Was in allen Medien in diesen Tagen zu sehen und zu hören ist, mache ich auch: Einladung zu einer Rückschau auf Ereignisse und Geschehnisse der letzten 12 Monate.
6. Februar: „Festakt zur Geburtsstunde unserer Demokratie“ im Deutschen Nationaltheater Weimar
Wer an „Weimar“ denkt, die Weimarer Verfassung, die Weimarer Republik, denkt meistens an ihren Verfall, ihr Scheitern, ihr Ende. Wir sind einen anderen Weg gegangen – zurück zum Anfang.
Am 6. Februar 1919 fand im Weimarer Nationaltheater die erste Sitzung der gewählten deutschen Nationalversammlung statt. Am 90. Jahrestag holten wir diesen Beginn der Weimarer Republik mit einem Festakt am historischen Ort in unsere Gegenwart – mit Bild- und Tonzeugnissen der ersten Sitzungen und einer szenischen Lesung von Parlamentsreden und Zitaten aus der Verfassung. Das Interesse war überwältigend und der Andrang so groß, dass das 900-Plätze-Theater leider gar nicht alle aufnehmen konnte.
Toncollage, die beim Einlass zu hören war und das Textbuch des Festaktes. weiterlesen …
23. Dezember 2009 in Arbeit in Thüringen, Tagebuch
Herr Bukowski, Stammgast in unserem Bürgerbüro in der Marktstraße und Ehrenmitglied der Weimarer LINKEN, verlässt leider zum Jahresende die Stadt und geht zurück in seine fränkische Heimat. Wir werden ihn schmerzlich vermissen – wünschen ihm aber für die Zukunft alles Gute. Zum Abschied zeigte sich Herr Bukowski in unserem Büro noch einmal von seiner besten Seite:

- Stammplatz im Fenster

- In guter Gesellschaft

- Der Abgang

Trotzdem uns allen schöne Festtage!
18. Dezember 2009 in Arbeit im Bundestag, Tagebuch
1. Der Antrag für ein Soforthilfeprogramm zum Erhalt der kulturellen Infrastruktur ist jetzt fertig und wird im Januar auf der Tagesordnung des Plenums sein.
2. Zwei Fragen an die Bundesregierung in Sachen Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“
Der polnische Historiker Tomasz Szarota hat am Tag nach der konstituierenden Sitzung des Wissenschaftlichen Beraterkreises der Bundesstiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ dieses Gremium verlassen. Er wolle kein „Feigenblatt“ für das deutsche Vorhaben eines Dokumentationszentrums zu Flucht und Vertreibung sein. Ein „sichtbar schlechtes Zeichen“ nennt das die FAZ. Ich habe mich deshalb mit zwei Schriftlichen Fragen an die Bundesregierung gewandt:
Ich möchte wissen, ob mit diesem Rückzug nicht das gesamte Projekt gefährdet ist? Wie geht es jetzt weiter? Wer repräsentiert jetzt die polnische Sichtweise über die Nachkriegsaussiedlung in Polen? weiterlesen …
16. Dezember 2009 in Arbeit im Bundestag, Tagebuch
Nachdem der Staatsminister schon in seiner Regierungserklärung am 10. November nicht Stellung zu aktuellen kulturpolitischen Schwerpunktthemen, wie der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“, dem Stadtschloss sowie zum Freiheits- und Einheitsdenkmal genommen hat, nutzte er auch die erste Sitzung des Ausschusses vor zwei Wochen nicht dazu. Und heute dasselbe: Der Minister hat andere Termine.
Aber man muss als Ausschussmitglied gar nicht in den Ausschuss gehen, sondern nur Zeitung lesen. Zum Beispiel die FAZ von heute. Dort kann man bis in Einzelheiten genau alles über den Stand der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ erfahren. weiterlesen …
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