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Ich arbeite im Ausschuss für Kultur und Medien, im Unterausschuss Auswärtige Kulturpolitik sowie im Kunstbeirat des Deutschen Bundestages. In allen diesen Gremien bin ich die Sprecherin bzw. Obfrau der Fraktion DIE LINKE. Zudem bin ich die Vorsitzende der Deutsch-Irischen Parlamentariergruppe und Mitglied der Deutsch-Britischen und Deutsch-Italienischen Parlamentariergruppe.
23. Mai 2012 in in Berlin, Startseite, Veranstaltungen
… findet unsere Konferenz zu Gesetz und Gesellschaft im Cecilienhof und im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte statt.
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Im Mittelpunkt der Diskussion steht eine Potsdamer Erklärung, die nach Beratung und Zustimmung der Teilnehmer der Konferenz beschlossen werden soll.

Die Redebeiträge der Referenten und Diskutanten werden an dieser Stelle in den nächsten Tagen veröffentlicht.
21. Mai 2012 in Startseite
… aus diesem Anlass hat der Deutsche Kulturrat diesen Aufruf verfasst. Ich gehöre, wie auch Ellen Ahbe, Prof. Dr. Max Fuchs, Monika Griefahn, Christian Höppner, Prof. Dr. h.c. Klaus-Dieter Lehmann, Prof. Dr. Gerhard Pfennig, Prof. Dr. Peter Raue, Heinrich Schafmeister, Werner Schaub, Dr. h.c. Friedrich Schorlemmer, Prof. Klaus Staeck, u.v.m. zu den Erstunterzeichnern.

21. Mai 2012 in Arbeit im Bundestag, Startseite
Stefan Heym kam am 10. April 1913 in Chemnitz in einer jüdischen Mittelstandsfamilie zur Welt. Sein Leben spiegelt – wie das kaum eines anderen – die Brüche, Zumutungen und Hoffnungen des 20. Jahrhunderts wieder, was er in seiner Eröffnungsrede als Alterspräsident des Deutschen Bundestages 1994 so formulierte:
„Ich selber habe den Brand gesehen. Kurz darauf musste ich Deutschland verlassen und sah es erst in amerikanischer Uniform wieder. Ein Überlebender. Und kehrte Jahre später dann in den östlichen Teil des Landes zurück, in die DDR. Wo ich auch bald in Konflikte geriet mit den Autoritäten. Und wenn einer wie ich, mit dieser Lebensgeschichte sich jetzt von hier aus an Sie wenden und den dreizehnten Bundestag, den zweiten des wiedervereinten Deutschland eröffnen darf, so bestärkt das meine Hoffnung, das unsere heutige Demokratie doch solider gegründet sein möchte, als es die Weimarer war.“
Heym war sein Leben lang Antifaschist, Demokrat und Sozialist. Er hat nie geschwiegen, hat sich eingemischt als Schriftsteller, als Journalist, als Soldat, als Mahner und Politiker. Er war bissig, kritisch, ironisch, aufbrausend, rhetorisch begnadet, störrisch, widerständig, weise. Er hat sich herrschenden Doktrinen oder Ismen nicht gebeugt, noch sich vereinnahmen lassen.
Wir wollen das Lebenswerk von Stefan Heym zu seinem 100. Geburtstag würdigen. Wir laden alle ein, sich daran zu beteiligen. Lassen Sie uns Stefan Heym ehren, indem wir seine Bücher lesen, über seine Gedanken sprechen und Haltung beweisen wie er.
Berlin, 21.05.2012
Zu den Erstunterzeichnern gehören neben mir u.a.:
Inge Heym, Ingo Schulze, Thomas Nord, Susan Neiman, Minka Dott, Peter Sodann, Evelin Wittich, Dagmar Celinski, Franz Sodann, Ulrike Uhlig, usw.
16. Mai 2012 in Startseite, Veranstaltungen
Der Aufbruch 1945 in Hessen und Brandenburg
Der Neubeginn in Potsdam vor 20 Jahren
Das Grundgesetz heute
Am Mittwoch, den 23. Mai, werden wir, erst im Schlosshotel Cecilienhof – dem Ort der Potsdamer Konferenz im Jahr 1945 – und dann im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam mit vielen interessanten Gästen die Konferenz zu Gesetz und Gesellschaft veranstalten. Hier nun das Programm:

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16. Mai 2012 in Startseite, Veranstaltungen
Der Nachmittag im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte wird mit einer Filmcollage der Stunde Null von Franz Sodann eröffnet.
Franz Sodann wurde am 5. August 1973 in Leipzig geboren. Sein Schauspielstudium absolvierte er von 1995 – 1999 an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Bereits während des Studiums engagierte ihn das Goethetheater in Bremen. Er spielte zahlreiche Hauptrollen (Faust, Kohlhaas, Fabian, Speer u.a.) an verschiedenen Theatern in ganz Deutschland.
Seit 2007 lebte er zunächst als freischaffender Schauspieler, Regisseur und Autor in Potsdam und gründete das „Gastspielmanagement Franz Sodann“. Als dessen Geschäftsführer lebt und arbeitet er seit 2 Jahren mit Frau und zwei Kindern wieder in seiner Heimatstadt Leipzig. Seit 2009 arbeitet er zudem als freier Mitarbeiter der Bundestagsfraktion DIE LINKE, für die er kulturpolitische Programme und Veranstaltungen konzipiert und umsetzt. So unter anderem „Die Geburtsstunde der Demokratie“ im Nationaltheater Weimar, „Ein Fest für Allende“ oder die „Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag anlässlich des Überfalls auf die Sowjetunion“ in der Volksbühne Berlin.
Prof. Dr. Martin Kutscha wird direkt nach der filmischen Einstimmung seinen Vortrag „Verfassungen – Schutzmauern der Macht oder Landmarken demokratischer Zukunftsgestaltung?“ halten.
Kutscha wurde 1948 in Bremen geboren. Er absolvierte von 1968 bis 1973 das Studium der Rechtswissenschaft in Kiel, Marburg und Hamburg und wurde 1977 nach dem zweiten Staatsexamen zum Dr. iur promoviert. Im Zeitraum zwischen 1977 und 1990 war Kutscha als Rechtsanwalt, Redakteur einer jur. Fachzeitschrift und wiss. Mitarbeiter an der Uni Konstanz tätig. 1990 wurde er an die HWR Berlin berufen und nahm verschiedene Gastdozenturen an Hochschulen in Preston (GB), Göteborg (S), Leeuwarden (NL) und Gent (B) an. 2008 erhielt er die Theodor-Heuss-Medaille als Mitherausgeber des Grundrechte-Reports. Seine Schwerpunkte in der Lehre sind das Verfassungsrecht, Verwaltungsrecht, Polizei- und Ordnungsrecht.
Anschließend diskutieren Christian Bommarius, Journalist/Jurist, Hans-Otto Bräutigam, Minister der Justiz a. D. des Landes Brandenburg und Klaus Emmrich, Rechtsanwalt und Staatsrechtler zum Thema „Das Grundgesetz – ein ewiges Provisorium?“
Bommarius wurde 1958 in Frankfurt am Main geboren. Er studierte Germanistik und Rechtswissenschaft. Nach dem Studium war er Volontär bei der dpa, bevor er von 1987 bis 1997 Korrespondent für die Agentur beim Bundesverfassungsgericht wurde. Im Zeitraum von 1998 bis 1999 war er Ressortleiter Politik bei der Badischen Zeitung und wechselte dann zur Berliner Zeitung. Dort arbeitet er u.a. als Leitender Redakteur. 2010 wechselte er in die DuMont-Redaktionsgemeinschaft der Berliner Zeitung und Frankfurter Rundschau.
Bommarius schreibt vornehmlich Kommentare und Beiträge zu juristischen Themen.
Christian Bommarius ist Autor des Buches: Das Grundgesetz – Eine Biografie (2009). weiterlesen …
16. Mai 2012 in Startseite, Veranstaltungen
Als ersten Redner werden wir am Mittwoch Dr. Volkmar Schöneburg, Minister der Justiz im Land Brandenburg, begrüßen können.
Schöneburg wurde am 30. Juni 1958 in Potsdam geboren, absolvierte 1977 das Abitur und danach den Armeedienst in Zwickau. Von 1980 bis 1984 studierte er Rechtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin und war bis zur Promotion (Dr. jur.) 1987 zum Thema Kriminalwissenschaftliches Erbe der KPD 1919-1933 Forschungsstudent an der HU.
Ab 1987 war Schöneburg wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Akademie der Wissenschaften der DDR in Berlin am Zentralinstitut für Philosophie. 1991 wechselte er zurück an die Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität. 1996 folgte die Zulassung als Rechtsanwalt und die Mitgliedschaft in der G-10-Kommission des Landtages. Ab 2002 war er als Rechtsanwalt in Potsdam, Schwerpunktgebiet: Strafrecht und Strafvollzugsrecht tätig. 2006 wurde er zum Richter am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg ernannte. Seit 2009 bekleidet er das Amt des Ministers der Justiz des Landes Brandenburg. Schöneburg ist Mitglied der Leibniz-Sozietät und Vizepräsident des Brandenburgischen Judo-Verbands.
Als zweiten Redner erwarten wir Manfred Coppik, stellvertretender Landesvorsitzender der Partei DIE LINKE in Hessen. Er wird zum Thema „Frieden und soziale Gerechtigkeit – Entstehung und Akutalitag der Hessischen Verfassung“ referieren.
Coppik wurde 1943 in Bromberg, Schlesien geboren. Er ist Rechtsanwalt.
Im Alter von 18 Jahren trat er in die SPD ein, war dort Mitglied von 1961-82. 1972 gewann Coppik im hessischen Wahlkreis Offenbach ein Bundestagsmandat für die SPD. Er war u.a. im Rechts- und Petitionsausschuss sowie im Ausschuss für Wirtschaft und im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit tätig.
1982 trat er aus der SPD aus und gründete mit Karl-Heinz Hansen und anderen Unzufriedenen die Demokratischen Sozialisten (DS). Dort war er Mitglied bis 1985.
In den 1980er und 1990er engagierte Coppik sich in der Friedensliste, bei den Grünen (Mitglied 1986-90), der PDS (Mitglied 1990-92) und ab 1993 wieder in der SPD. Die Sozialdemokraten verließ er 1999 abermals, aufgrund der Zustimmung zum Kosovo-Einsatzes der Bundeswehr. 2005 trat Coppik dann in die WASG ein und engagierte sich intensiv bei der Vereinigung von WASG und PDS. 2008 wählte die Partei DIE LINKE Coppik zu einem von zwei stellvertretenden Landesvorsitzenden. Bei der hessischen Landtagswahl 2009 errang Coppik als Direktkandidat der Linken 6,2 % der Erststimmen. Er ist Mitglied des Ältestenrates der Partei DIE LINKE.
Außerdem spricht mein Kollege Wolfgang Nešković, Mitglied des Bundestages und Bundesrichter a. D. zu „Eine neue gesamtdeutsche Verfassung – Die ´Abschaffung´ des Grundgesetzes“
Nešković wurde am 3. Juni 1948 geboren. Nach dem Abitur studierte er von 1968 bis 1974 Rechtswissenschaft in Hamburg, war gleichzeitig wissenschaftlicher Assistent an der Universität Hamburg und legte 1977 das 2. juristische Staatsexamen ab. Danach war er als Rechtsanwalt tätig. Von 1978 bis 1981 war Nešković Richter im Landgerichtsbezirk Lübeck und dann bis 1990 Richter am Landgericht Lübeck. In den Jahren von 1990 bis 2002 war er Vorsitzender Richter am Landgericht in Lübeck. 2002 bis 2005 wechselte er als Richter an den Bundesgerichtshof. Außerdem nahm er Lehraufträge an der Universität Hamburg an.
Ab 1979 war Nešković bis zu seinem Austritt 1994 Mitglied der SPD. Er war 12 Jahre Landesvorsitzender der AG Sozialdemokratischer Juristen (ASJ), Mitglied im Landesvorstand und in Kreisvorständen der SPD Schleswig-Holsteins. 1995 folgte der Wechsel zu Bündnis 90 / Die Grünen. Dort war er von 1999 bis 2003 Bundessprecher der Neuen Richtervereinigung (NRV), Landesvorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Demokratie und Recht, Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Demokratie und Recht und Vorsitzender des Landesschiedsgerichtes. Nešković verließ Bündnis 90 / Die Grünen 2005. Seitdem ist er parteilos. Er kandidierte 2005 auf der Landesliste Brandenburgs für DIE LINKE. und zog so in den 16. Deutschen Bundestages ein.
2009 errang er das Direktmandat im Wahlkreis 65 (Cottbus/Spree-Neiße).
Nešković ist Mitglied im Präsidium des Landgerichts Lübeck und im Richterrat des Landgerichts Lübeck. Im 17. Deutschen Bundestag fungiert er als Vorsitzender des Wahlausschusses für die Richter des Bundesverfassungsgerichts, als Mitglied im Ausschuss für die Wahl der Richter der obersten Gerichtshöfe des Bundes, als Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium. Er ist Justiziar der Fraktion DIE LINKE.
Besonders freue ich mich auf Gregor Gysi, Fraktionsvorsitzender der Bundestagsfraktion DIE LINKE.
Gysi wurde 1948 in Berlin geboren, besuchte von 1954 bis 1962 die Polytechnische Oberschule. Er absolvierte von 1962 bis 1966 eine Ausbildung zum Facharbeiter für Rinderzucht und besuchte gleichzeitig die Erweiterte Oberschule. 1966 schloss er diese mit dem Abitur ab. Im Anschluss von 1966 bis 1970 studierte er Jura an der Humboldt-Universität zu Berlin, arbeitete als Richterassistent von 1970 bis 1971 und wechselte dann zum Kollegium der Rechtsanwälte als Assistent. 1976 promovierte Gysi. Seit 1971 ist er als Rechtsanwalt in Berlin tätig, ist Vorsitzender des Kollegiums der Rechtsanwälte in Berlin und des Rates der Vorsitzenden der Kollegien der Rechtsanwälte in der DDR von 1988 bis 1989. Er ist Mitglied in der Gewerkschaft ver.di.
In der Zeit zwischen Dezember 1989 und Januar 1993 war er Vorsitzender der PDS und zwischen dem 18. März und dem 2. Oktober 1990, Vorsitzender der PDS-Fraktion in der Volkskammer der ehemaligen DDR. Ab dem 3. Oktober 1990 bis 1. Februar 2002 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages und dort (bis 1998) Vorsitzender der Gruppe der PDS; ab 1998 bis Oktober 2000 Vorsitzender der PDS-Fraktion. Vom 17. Januar 2002 bis zum Rücktritt am 31. Juli 2002 ist Gysi Berliner Bürgermeister und Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen in einer SPD-PDS Koalition. Seit August 2002 ist er wieder als Rechtsanwalt tätig. Am 18. September 2005 und 27. September 2009 im Wahlkreis 85 Berlin-Treptow-Köpenick direkt wieder in den Bundestag gewählt.
16. Mai 2012 in Startseite, Veranstaltungen
Für die Verfassungskonferenz habe ich mir Unterstützung aus Hessen und Brandenburg geholt. Zusammen mit Kerstin Kaiser, Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag Brandenburg und Dr. Ulrich Wilken, Landesvorsitzender DIE LINKE. Hessen, werde ich die Konferenz zu Gesetz und Gesellschaft eröffnen. Ich möchte die Gelegenheit nutzen und alle Teilnehmer der Veranstaltung nacheinander vorstellen.
Kerstin Kaiser Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag Brandenburg
Kaiser wurde 1960 in Stralsund geboren, studierte nach dem Abitur 1979 die russische Sprache und Literatur an der Staatlichen Universität Leningrad. Nach dem Abschluss 1984 war sie fünf Jahre als Lehrerin in der Sprachintensivausbildung der Parteischule beim ZK der SED „Karl Liebknecht“ tätig. Anschließend arbeitete sie bis 1991 im BIT-Center Kleinmachnow. Zwischen 1991 und 1995 war sie stellvertretende PDS-Bundesvorsitzende. 1995 nahm Kaiser eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin der PDS-Fraktion im Landtag Brandenburg an, gleichzeitig war sie stellvertretende Landesvorsitzende der PDS Brandenburg. Im Zuge ihrer Kandidatur für die Bundestagswahl 1994 wurde ihre Tätigkeit für das Ministerium für Staatssicherheit in öffentlichen und parteiinternen Debatten thematisiert. Sie verzichtete auf ihr Mandat. Seit 1999 ist sie Mitglied des Brandenburger Landtages, 2004 wurde sie Mitglied des Präsidiums und zunächst stellvertretende Vorsitzende der Fraktion der PDS, im Oktober 2005 dann Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im Landtag Brandenburgs. Sie ist Sprecherin der Fraktion für Verfassungsfragen, Bundes- und Länderangelegenheiten und Mitglied im Hauptausschuss des Landtags.
Kaiser hat vier Kinder und ist in dritter Ehe mit Jörg Kokott, Mitbegründer der DDR-Band Wacholder, verheiratet.
Dr. Ulrich J. Wilken , Landesvorsitzender DIE LINKE. HESSEN, rechtspolitischer Sprecher DIE LINKE. Fraktion im Hessischen Landtag.
Wilken ist Jahrgang 1958 und wurde in Oberhausen/Rheinland geboren. Nach dem Abitur absolvierte er den Zivildienst im Katholischen Jugendamt Essen und studierte dann Soziologie, Politologie, Pädagogik und Philosophie an den Universitäten Frankfurt am Main und Marburg mit den Schwerpunkten: Betriebssoziologie, empirische Sozialforschung und Erwachsenenbildung. 1993 schloss Wilken seine Promotion zum Dr. phil. in Pädagogik an der Universität Marburg ab. Seine politische Arbeit begann 1980. Wilken war Gründungsmitglied der Demokratischen Sozialisten (DS) und von 1985 bis 1987 Generalsekretär der deutschen Sektion der Christen für den Sozialismus. 2000 trat er in die PDS ein und wurde ein Jahr später zum Kreisvorsitzenden Frankfurt am Main gewählt. Wilken fuhr als Delegierter zum Gründungskongress der Europäischen Linkspartei nach Rom und zum ersten regulären Kongress nach Athen. Seit 2003 ist er Landesvorsitzender der Linken Hessen. Er ist Mitglied im Kommunalpolitischen Forum Hessen, im OWUS (Offener Wirtschaftsverband von klein- und mittelständischen Unternehmen, Freiberuflern und Selbstständigen) und bei Ver.di. Seit 2008 ist Wilken Mitglied des Hessischen Landtags. Dort ist er der rechtspolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE.
16. Mai 2012 in Arbeit im Bundestag, Startseite, Termine
Konferenz zu Gesetz und Gesellschaft
23. Mai 2012, Schlosshotel Cecilienhof, Neuer Garten, Potsdam und Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Am Neuen Markt 9, Potsdam
Am 23. Mai, dem Verfassungstag, soll am Ort des Potsdamer Abkommens an
die frühen Verfassungen von Hessen und Brandenburg erinnert werden.
Was ist aus den Hoffnungen und Ideen der Stunde Null geworden, wohin hat
der sozial fortschrittliche und demokratische Aufbruch geführt? Hat es 1992 in
Brandenburg eine Weiterentwicklung dieser Vorstellungen gegeben? Und wie
steht es um das Grundgesetz heute? Bleibt es ein ewiges Provisorium?
16. Mai 2012 in Arbeit in Thüringen, Café Gedanken frei, Startseite
Im heutigen Café Gedanken frei in der Eckermann-Buchhandlung in Weimar ging es um das Thema Europa. Diskutiert wurde speziell die Frage der Zukunft der Sicherheit von der linken Europaabgeordneten Gabi Zimmer und dem zukünftigen linken Landtagsabgeordneten Dirk Möller. Welche Rolle kann und soll die „Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa“, kurz OSZE, dabei spielen? Zu Gast war mit dem Weimarer Stephan Schmidt ein Kenner dieser Organisation. Als Praktikant bei der OSZE-Präsenz in Albanien und im NATO-Hauptquartier in Brüssel lernte er die Sicherheitslage in Europa „von innen“ her kennen.
Zu Beginn der Veranstaltung zeigte Schmidt eine Präsentation, in der er auf die Geschichte, die Entstehung und die unterschiedlichen Aufgaben der OSZE einging. Neben den Beobachtermissionen hat sich die OSZE vor allem als Wahlbeobachter profiliert: 35.000 Beobachter bei 150 Wahlen sind ein Beleg dafür.
„Warum findet die OSZE in den Medien kaum statt?“ lautete die Eingangsfrage von Dirk Möller zu Beginn der Diskussionsrunde. Die Antwort Schmidts war eindeutig. „In der OSZE herrscht das Prinzip der Einstimmigkeit. Also findet nur statt, was alle wollen“. Und das seien dann eben nur Aktionen des kleinsten gemeinsamen Nenners, die meist wenig spektakulär und damit wenig beachtet seien. Außerdem steht die OSZE nach wie vor im Schatten der großen Organisationen wie UNO oder Nato.
Gabi Zimmer zweifelte die Wirksamkeit der Einsätze an. „Was kann eine OSZE Mission erreichen?“. Schmidt verwies zunächst auf das knappe Budget (ca. 150 Mio. Euro pro Jahr) und das geringe Personal (nur rund 3000 Mitarbeiter, davon 2500 in den unterschiedlichen Missionen). „Die Regierungen wollen eben keine wirksameren Einsätze. Sie wollen nicht mehr Kompetenzen abgeben und auch nicht mehr Geld zur Verfügung stellen.“ Dabei sind die OSZE-Missionen weit mehr als bloße Präsenz. „Der Auftrag lautet immer, so weit wie möglich in die Zivilgesellschaft hinein zu wirken.“ Das geschieht durch Bildung und Informationen der Konfliktparteien übereinander, in gemeinsamen Projekten oder Veranstaltungen. So sei zum Beispiel im sehr patriarchisch geprägten Albanien sehr viel zum Thema Gleichberechtigung der Geschlechter und Frauenrechte getan worden.
Aber dabei ist die Arbeit der OSZE nach wie vor sehr westlich geprägt. „Wenn wir einen Konflikt in Asien, in Afrika oder auf dem Balkan sehen, wird die OSZE schnell gerufen.“ Einen Einsatz im Baskenland oder im Nordirlandkonflikt aber sei nie in Frage gekommen. „Das ist dann eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines Staates“ beschrieb Schmidt die aus seiner Sicht „krasse Doppelmoral“ westlicher Staaten. Dennoch ist die OSZE die einzig anerkannte Dialogorganisation, die weit über Wahlbeobachtung hinaus wirke. Schmidt wörtlich: „Im Georgienkonflikt hätte Russland einem Mandat der UNO oder gar der Nato niemals zugestimmt. Der OSZE aber wurde die Vermittlungsrolle zuerkannt.“
Es folgte eine sehr kontroverse Diskussion mit den knapp 40 BesucherInnen um die Frage der Anwendung der Gewalt zur Konfliktlösung oder zum Schutz der Menschenrechte. Dabei sieht Schmidt die OSZE außen vor. „Die OSZE darf niemals in eine gewalttätige Auseinandersetzung hinein gezogen werden, sonst verspielt sie ihre Glaubwürdigkeit“ ist er sich sicher.
Am Ende herrschte Konsens, das die OSZE nur die Rolle spielen kann, die ihr von den 56 Mitgliedsstaaten zugewiesen wird. „Aber einer Veränderung dieser Rolle müssen nationalstaatliche Initiativen voran gehen meinte Gabi Zimmer. „Das geht nicht aus dem europäischen Parlament heraus“ bemerkte sie am Ende der Diskussion.
Am Schluss der Veranstaltung gab es noch eine nette Geste: eine Weimarer Bürgerin hatte am Vorabend in der Buchhandlung ihren 60. Geburtstag gefeiert. Und sie bat die Gäste des Café Gedanken frei, sich von ihren vielen Geburtstagsblumen einige mit nach Hause zu nehmen.
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