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Ich arbeite im Ausschuss für Kultur und Medien, im Unterausschuss Auswärtige Kulturpolitik sowie im Kunstbeirat des Deutschen Bundestages. In allen diesen Gremien bin ich die Sprecherin bzw. Obfrau der Fraktion DIE LINKE. Zudem bin ich die Vorsitzende der Deutsch-Irischen Parlamentariergruppe und Mitglied der Deutsch-Britischen und Deutsch-Italienischen Parlamentariergruppe.

„Kultur neu denken: Macht, Reformation, Freiheit“ am 12./13. Mai in Mühlhausen

Im Mai 2012 werden wir im Rahmen einer großen Veranstaltung in Mühlhausen, der Prediger- und Kampfstadt und gleichzeitig der Ort, an dem Thomas Müntzer 1525 hingerichtet wurde, einen besonderen Blick auf die Reformation werfen. Zur gleichen Zeit hält auch die Thomas-Müntzer-Gesellschaft ihre Jahreshauptversammlung in Mühlhausen ab.
Hier ein Interview für die Mühlhäuser Allgemeine. Bitte LESEN und WEITERSAGEN!


Neujahr, Neujahr, Neujahr in Erfurt – jetzt ist Schluss!

Neujahrsempfang in Thüringen
Neujahrsempfang in Thüringen
Sahra Wagenknecht, MdB
Sahra Wagenknecht, MdB

Den Abschluss im Reigen der Neujahrs- empfänge bildete in diesem Jahr der Empfang der Thüringer LINKEN. Im wunderschönen Festsaal des Rathauses hatte die Stadt- und Landespartei, die Landtagsfraktion und die Thüringer Landesgruppe der Bundestagsfraktion eingeladen – und mehr als 400 Gäste kamen. Für mich die Gelegenheit, alte Bekannte wieder zu sehen, neue Kontakte zu knüpfen und interssante Gespräche zu führen. Die beiden Hauptredner beriefen sich jeweils auf berühmte Bücher und Schriften.

Im Gespräch mit der Vizepräsidentin des Thüringer Landtages Birgit Klaubert und Jens Petermann, MdB
Im Gespräch mit der Vizepräsidentin des Thüringer Landtages Birgit Klaubert und Jens Petermann, MdB

Bodo Ramelow zitierte u.a. aus der Bibel: „Der Eine trage des Anderen Last“ – und stellte den Bezug zur völlig falschen Sozial- und Steuerpolitik

Im Gespräch mit OB Andreas Bausewein
Im Gespräch mit OB Andreas Bausewein

der Bundesregierung her. Sara Wagenknecht hatte sich das Grundgesetz vorgenommen und stellte die Frage, wo denn die wirklichen Verfassungsfeinde säßen. Eigentum verpflichtet – Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen, so heißt es in Artikel 2. „Wenn wir diesen Satz Ernst nehmen, dann sitzen die wahren Verfassungsfeinde in den Türmen der Deutschen Bank. Denn hier dient Eigentum nicht dem Gemeinwohl – sondern die Zocker und Finanzjongleure lassen die Gemeinschaft für ihre Fehler zahlen“ sagte sie unter dem Beifall der Gäste.


»Die Finanzwelt hat unsere politische Kultur zerstört«

Mein Interview zu Wirkungen der Bankenkrise auf die politische Kultur in Deutschland, das Untergehen der Kritik im Dauerfeuerwerk der Unterhaltungsindustrie und den Verfassungsschutz steht seit Montag auf der Fraktionshomepage der Linksfraktion im Deutschen Bundestag. Auch hier meine Antworten zum Nachlesen:

Mitte Januar hat der Schriftsteller Ingo Schulze in einem Beitrag für die Süddeutsche Zeitung ein recht düsteres Bild über den Zustand des Gemeinwesens in Deutschland gezeichnet: Spaltung in Arm und Reich, Abschaffung der Demokratie, Ökonomisierung aller Lebensbereiche, Blindheit für den Rechtsextremismus und das Geschwafel der Medien lauteten einige seiner Stichworte. Er forderte, uns selbst wieder ernst zu nehmen und den Mund aufzumachen. Warum bleiben viele Menschen trotz alarmierender Ereignisse ruhig?

Lukrezia Jochimsen: Sich selbst ernst zu nehmen ist schwer angesichts der Fußballorgien ohne Atempause, der nationalen Schnäppchenjagd auf alles, was sich kaufen lässt, der Publikumswahlen beim Dschungelcamp oder in Casting Shows, beim Geldsammeln für den vergrößerten oder verkleinerten Busen… wer  soll sich da ernst nehmen können? Auch angesichts der politischen Ohnmacht, die uns alle lähmt – von den Wählern über die Parlamentarier, die Minister bis hin zur Kanzlerin – auch wenn sie so tut, als sei ihr hektisches Treiben souveränes Handeln. Die Finanzwelt hat unsere politische Kultur zerstört und der elektronische Unterhaltungskomplex spielt auf dazu. Wie haben wir Berlusconi-Italien verspottet! Ist bei uns aber mittlerweile ziemlich genauso. Uns ernst nehmen? Man hat uns gelehrt, darüber zu lachen.

Sie haben lange für Medien und insbesondere das Fernsehen gearbeitet. Derzeit kann man, wenn man sich manche Medien anschaut, auf den Gedanken kommen, dass viele Menschen sich mehr für das Dschungelcamp statt für Politik interessieren. Wie sehen Sie das?

Natürlich interessieren sich mehr Menschen für Dschungelcamp und Castingshows und Shopping-Sender statt Politik. Es sei denn, sie liefert einen handfesten Skandal. Hochjubeln und dann Abstürzen lassen – das ist das schönste Medienspiel. Und es schafft natürlich kein Bewusstsein dafür, dass es sich lohnt, sich für öffentliches Leben, Politik zu interessieren oder sich gar einzumischen.

Ingo Schulze beklagte auch, dass die Intellektuellen schweigen. Steckt Deutschland in einer geistigen Krise? Woran fehlt es?

Die Intellektuellen schweigen nicht. Aber jeder macht seins: das neueste Buch, die aktuelle Leserreise, der neue Film, der aktuelle Vortrag, aber selbst wenn sie sich einmischen, wer hört sie schon? Was hat Frank Schirrmacher bewirkt, als er die Thesen von Charles Moore aus dem Englischen übertrug und – immerhin – in der FAZ konstatierte: „Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat!“ weiterlesen …


Unterwegs in Thüringen: Erinnerungsort und Botschafterin für Erfurt

Nach dem gestrigen Café Gedanken frei bin ich nun zwei Tage lang wieder in Erfurt und Weimar unterwegs. Heute stand zunächst ein Besuch des Erinnerungsortes Topf & Söhne in Erfurt auf dem Programm. Diese Firma lieferte der SS die Verbrennungsöfen für Buchenwald und Auschwitz, waren somit die „Techniker des Holocaust“. Die Pädagogische Leiterin, Frau Schubert, erläuterte mir die Geschichte und die Entstehung dieses Erinnerungsortes. Sie stellte klar, dass die Firma keinesfalls gezwungen wurde, diese Öfen zu produzieren. Sondern sich freiwillig zum Bau und zur Lieferung entschied und sich sogar damit rühmte, die Technik und die Effizienz der Ofen eigenständig weiter zu entwickeln. Ich diskutierte mit Frau Schubert ausführlich die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Ethik und Wirtschaft und verwies unter anderem auch auf die Wissenschaftler, die mit großem Eifer die Atombombe entwickelten. Wohl wissend, damit ein Instrument zum massenhaften Töten von Menschen zu bauen.

Neben vielen Dokumenten, die auf erschreckende Weise den technischen Umgang mit dem Mord an Millionen von Menschen darlegen, wird aber auch der Opfer gedacht. Dieser Raum hat mich besonders beeindruckt. Hier kann man Berichte von Zeugen des Mordens lesen, von jüdischen Häftlingen, die gezwungen wurden, an den Öfen zu arbeiten. Die meisten dieser Zeugen wurden später selbst umgebracht, sie haben aber ihre schrecklichen Erlebnisse aufgeschrieben und vergraben um das Geschehen zu dokumentieren.

Abschliessend wurde mir das pädagogische Konzept vorgestellt, dass mich sehr überzeugt hat. In unterschiedlich langen Bildungseinheiten werden insbesondere Jugendliche mit der Frage konfrontiert, wie es geschehen konnte, ethische und moralische Grundsätze völlig zu vergessen und den Massenmord technisch zu organisieren. Und welche Bezüge es zu heute gibt. Ich hoffe, möglichst viele Menschen besuchen diesen Ort um zu erfahren, wie das Ungeheuerliche zur Normalität werden konnte.

Dieser Ort gehört genauso zur Geschichte Erfurts, wie viele Zeugnisse jüdischen Lebens, der Dom oder die weltberühmte Krämerbrücke. Ich hatte mich gefreut, von der Tourismus-GmbH zur „Botschafterin“ für Erfurt ernannt worden zu sein. Diese GmbH hat ihre Büros in einem der ältesten Gebäude der Stadt. Heute habe ich in einem langen Gespräch mit Frau Dr. Hildebrandt, der Geschäftsführerin, und Frau Oertel, die sich um die BotschafterInnen kümmert, dieses Ehrenamt diskutiert und meine Möglichkeiten ausgelotet. Ich habe einiges Neues über die Stadt, das Wohnen und Leben in Erfurt erfahren. Mit viel Material im Gepäck verließ ich die wunderschön restaurierten Räume direkt neben dem Rathaus.

Den Abschluss des Tages bildete eine Lesung im Frauenzentrum „Brennessel“. Ich las aus meinem Buch über Theodor Herzl „Dieses Jahr in Jerusalem“ und diskutierte anschließend auch über allgemeine Themen wie „Frauen in der Politik“.


Café Gedanken frei: Ein Abgrund an Aufklärung!

copyright Reiner von Zglinicki
copyright Reiner von Zglinicki

Gestern fand das erste Café Gedanken frei in diesem Jahr statt. Diese Veranstaltung war mir aus aktuellem Anlass besonders wichtig  – Ein Abgrund an Aufklärung! – mit Frank Tempel und Martina Renner. Der Bundestagsabgeordnete Frank Tempel konnte aus seiner langjährigen Erfahrung als Polizist über Ermittlungstechniken und -verfahren berichten und so gezielt die Täuschungen und „Halbwahrheiten“ der staatlich befassten Ämter und Behörden bei den ersten Verlautbarungen entlarven. Seine große Sorge ist, dass im Zuge der Aufklärung dieses unfassbaren Verbrechens nicht mehr das Versagen der staatlichen Einrichtungen im Fordergrund stehen wird, sondern vielmehr ein einfacher Kriminalfall untersucht wird, der das tatsächliche Ausmaß der Verstrickungen in den Hintergrund treten lässt.

Martina Renner, MdL und Expertin für Rechtsextremismus, wusste viel über die Netzwerke und Verbindungen von Zschäpe, Böhnhardt und Mundlos zu berichten. Sie sitzt im eingerichteten Untersuchungsausschuss im Thüringer Landtag. Nach ihrer Überzeugung werden „diese Mordfälle nur restlos aufgeklärt, wenn der öffentliche Druck so bleibt wie er ist. Oder noch steigt.“

Auch das Publikum in der Stadtbücherei Weimar stellte viele Fragen und sorgte so für eine rege Diskussion.


Tagebuch: 27. Januar, der besondere Tag

Um 9 Uhr begann im Plenarsaal die Gedenkstunde des Deutschen Bundestages – Gedenken an die Befreiung von Auschwitz, Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus.

Redner diesmal: Marcel Reich-Ranicki, der über 90-Jährige, der von seinen deutsch-polnischen jüdischen Eltern als Kind nach Berlin geschickt wurde, um da die deutsche Sprache und Kultur zu lernen und den die Deutschen kurz nach seinem Abitur nach Warschau deportierten – ins Ghetto, wo er als Übersetzer und Protokollant des „Judenrates“ arbeitete bis er zusammen mit seiner Frau in den Untergrund floh – und so das Kriegsende überlebte.

Marcel Reich-Ranicki las aus dieser Ghetto-Zeit – von den Schrecken, die der Protokollant akribisch aufzeichnen musste, den Selektionen, den Befehlen zur Ausraubung, zum Tod…

Eiseskälte bereitete sich im hohen Haus aus – man konnte kaum weiter atmen.

Aber dann: Wie schön war das Gesicht von Marcel Reich-Ranicki beim Betreten des Plenarsaals, beim Zuhören der Rede von Bundestagspräsident Lammert und beim Lauschen der Musik: Chopin´s Nocturne in cis-moll und M.W. Sonate…

Ein Glanz ging von seinen Blicken aus mit denen er uns musterte, ein schönes Leuchten, Glück eines sehr alten Menschen, der schon viele Ehrungen, sehr viel Publikum erlebt hat – nun aber doch gespannt und neugierig ist auf diese besondere Begegnung.
Wie selten sind solche Augenblicke!
Wie gut, dass es sie gibt.


Rede zur Digitalisierung unserer Kulturschätze

Hier mein Redetext und ein Link zum Redemitschnitt.

Ideen müssen sich frei ausbreiten vom einen zum anderen über die Welt, zur gegenseitigen Belehrung der Menschen. Frei wie die Luft, in der wir atmen, uns bewegen, ja unsere ganze physische Existenz haben, ganz und gar ungeeignet für ein Eingesperrtsein oder exklusive Aneignung.

Diese Sätze sind fast 200 Jahre alt. Sie stammen von Thomas Jefferson, der weder Computer noch das Internet kannte, aber davon überzeugt war, dass Wissen möglichst allen Menschen zugänglich sein muss, um größtmögliche Wirkung zu entfalten,

(Beifall bei der LINKEN)

sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesamtheit.

Bibliotheken, Museen und Archive sind die Schatzkammern einer Wissens- und Kulturgesellschaft. Sie sammeln über Jahrhunderte Gedanken und Ideen in Handschriften und Büchern, auf Fotos und Gemälden, auf Filmen und Tonaufnahmen. Heute, im 21. Jahrhundert, das die Digitalisierung entwickelt hat, lassen sich unsere Wissens- und Kulturschätze viel besser nutzen und die Türen dieser Schatzkammern weiter öffnen als je zuvor. weiterlesen …


Gemeinsame Pressemitteilung von Petra Sitte und Luc Jochimsen

Schatzkammern der Wissens- und Kulturgesellschaft für alle öffnen!

Der Ausschuss für Kultur und Medien diskutiert heute mit Sachverständigen über die „Deutsche Digitale Bibliothek“ und die Digitalisierung des Kulturerbes.Grundlage dieses Gesprächs bilden Anträge aller Fraktionen zum Thema. Der Deutsche Bibliotheksverband hatte im vergangenen Jahr mehr Mittel für die Digitalisierung, Veränderungen im Urheberrecht und eine bessere Koordination zwischen Bund, Ländern und Kommunen gefordert. Anderenfalls werde die Deutsche Digitale Bibliothek nur ein Dachportal bleiben, dem die Inhalte fehlen.

Die gesamte Pressemitteilung können Sie [HIER]  lesen.


Linke unter Beobachtung

Hier die Liste der betroffenen Politiker in alphabetischer Reihenfolge:
Dietmar Bartsch, Matthias W. Birkwald, Christine Buchholz, Steffen Bockhahn, Eva Bulling-Schröter, Martina Bunge, Roland Claus, Diether Dehm, Dagmar Enkelmann, Wolfgang Gehrcke, Nicole Gohlke, Gregor Gysi, Ulla Jelpke, Katja Kipping, Harald Koch, Jan Korte, Katrin Kunert, Michael Leutert, Ulla Lötzer, Gesine Lötzsch, Dorothée Menzner, Petra Pau, Paul Schäfer, Ilja Seifert, Kersten Steinke, Sahra Wagenknecht, Halina Wawzyniak


Zum Neujahrsempfang der Linken im Café Moskau…

Es begann mit einer langen Schlange in der feuchten Abendkälte. So viel Interesse und Zuspruch fand dieser Neujahrsempfang. Gewitzelt wurde natürlich  „das ist ja wie in alten Zeiten“.

Zwei Schnappschüsse:

Gregor Gysi erklärt den Verfassungsschutz für „ballaballa“.

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Herzliches Wiedersehen mit einer Legende: Täve Schur.


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