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Kultur in Deutschland

Kultur trotz(t) Krise?

soziokulturFür die aktuelle Ausgabe des Magazins „soziokultur“ der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V. habe ich folgenden Artikel geschrieben. Unter dem Titel „Gerade in schwierigen Zeiten“ äußern sich alle fünf kulturpolitischen SprecherInnen der Bundestagsfraktionen zum Praxisfeld der Soziokultur. Mehr Informationen zu diesem Heft unter www.soziokultur.de.

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Trotz ermutigender Ansätze und Initiativen von unten, die sich gegen einen Kahlschlag in Folge der Finanzkrise wehren, ist die kulturelle Infrastruktur in den Ländern und Kommunen derzeit massiv bedroht. Es ist keineswegs sicher, dass die Kultur der Krise trotzen kann und dass es gelingt, die vorhandene kulturelle Vielfalt zu erhalten. Die Bedingungen, sie zu gestalten, neue Wege zu gehen und dennoch das Ererbte zu pflegen, sind denkbar schlecht. Ich kann diese Krise nur schwer als Chance begreifen, engt doch der finanzielle Druck den Gestaltungsspielraum elementar ein. So bleibt für die Kommunen oft nur ein Entweder-Oder. Sie haben keine Möglichkeiten mehr zu entscheiden, was sie wollen: das Theater erhalten, den Jugendklub, das soziokulturelle Zentrum oder eine neue Initiative gegen rechts fördern. Sie haben für alles kein Geld mehr und – wenn sie sich in Haushaltsnotlage befinden – auch keinerlei Entscheidungsfreiheit, die sogenannten „freiwilligen Aufgaben“ weiter wahrzunehmen. weiterlesen …


Ein 'Soforthilfeprogramm Kultur' könnte helfen

wuppertal
Im April vor Ort in Wuppertal: mit Bernhard Sander und Susanne Herhaus, DIE LINKE Wuppertal

Morgen wird über unseren Antrag „‘Soforthilfeprogramm Kultur‘ zum Erhalt der kulturellen Infrastruktur einrichten“ in 2. und 3. Lesung im Parlament abgestimmt werden. Ohne Debatte – mit zu Protokoll gegebenen Reden.
Es heißt, es gibt nichts Neues in der Diskussion – und: es ist schon alles gesagt, der Worte sind genug gewechselt…
Also wird abgestimmt und mehrheitlich abgelehnt werden. Das Spiel ist bekannt.
Genau deshalb möchte ich an dieser Stelle meine Argumentation wiederholen: warum wir diesen Antrag eingebracht haben und für notwendig erachten:
Im Art. 104 GG heißt es klipp und klar:

„der Bund kann im Fall von außergewöhnlichen Notsituationen, die sich der Kontrolle des Staates entziehen und die staatliche Finanzlage erheblich beeinträchtigen, auch ohne Gesetzgebungsbefugnisse Finanzhilfen gewähren.“

Wer will bestreiten, dass diese Situation eingetreten ist? Dazu ein Beispiel:

19 Theater gibt es in NRW zwischen Aachen und Wuppertal, Bielefeld und Paderborn. Ihre Intendanten haben eine gemeinsame Resolution verfasst, die auf die derzeitige Situation der so unterschiedlichen großen und kleinen Bühnen aufmerksam machen soll.
In der Vorbemerkung heißt es da: weiterlesen …


Zwei Fragen an die Bundesregierung und ihre vollkommen unbefriedigenden Antworten – Teil 1

Womacka
Walter Womackas "Der Mensch, das Maß aller Dinge" aus dem Jahr 1968

Bei der ersten Frage ging es um die „Bergung und Sicherung der Wandbilder von Prof. Ronald Paris und von Prof. Walter Womacka in Berlin“.

Heute erschienen in der Berliner Zeitung und dem Tagesspiegel Artikel darüber, dass der Bund die o.g. bedeutenden Kunstwerke verschenken möchte, nur die Ab- und Aufbaukosten (Paris-Gemälde ca. 18.000 Euro) wären von dem neuen Eigentümer zu bezahlen. Da der Bund sich bisher nur bemüht hatte, das Paris-Gemälde zu veräußern, sehe ich es als „Verdienst“ meiner Kleinen Anfrage an, dass nun auch das Wandbild von Womacka öffentlich angeboten wird. Wie Thomas Flierl kommentiert, handelt es sich bei den beiden großartigen Bildern „ … um öffentlichen Kunstbesitz, den es … aus finanziellen, kunsthistorischen und zeitgeschichtlichen Gründen zu bewahren gilt“. (vgl. Tagebuch, 13.04.10) Kann, darf die Bundesregierung solche Kunstwerke verschenken? An wen auch immer, der wie auch immer damit umzugehen gedenkt? Welch ein verantwortungsloser Verzicht auf kulturelle Geschichte in Berlin drückt sich in dieser Wegwerfpolitik aus? Wir konnten bisher wenigstens verhindern, dass die Kunstwerke in aller Stille verschwinden und entsorgt werden. weiterlesen …


Zwei Fragen an die Bundesregierung und ihre vollkommen unbefriedigenden Antworten – Teil 2

Bei der zweiten Frage ging es um die „Debatten zur ‚Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung‘“.

Von 15 Fragen wurden zehn von der Bundesregierung nicht beantwortet! Nur mit Verweisen auf bereits nicht zufriedenstellende Antworten einer Fragestunde im Bundestag und auf die allgemein gehaltene Vorbemerkung sowie mit Hinweisen, dass die Bundesregierung „ … es nicht als ihre Aufgabe an[sieht], die wissenschaftliche Arbeit von Prof. Dr. Manfred Kittel zu bewerten“ (vgl. BT-Drucksache 17/1272).
Obwohl wir geschrieben hatten: „Für die Auswahl von Prof. Kittel zum Direktor der Stiftung wird seitens der Bundesregierung zweifellos seine wissenschaftliche Reputation in der Vergangenheit ausschlaggebend gewesen sein. Die nachfolgenden Fragen zu dieser wissenschaftlichen Tätigkeit von Prof. Kittel betreffen also im engeren Sinne auch die Auswahlkriterien seitens der Bundesregierung. Eine bei solchen Fragen sonst übliche Antwort der Bundesregierung, sie sähe es nicht als ihre Aufgabe an, die wissenschaftliche Arbeit von Herrn/Frau XY zu beurteilen, sollte sich also erübrigen.“ Leider nicht! weiterlesen …


Aufschrei in Hamburg!

HH_Nein_kleinGestern wurde in Hamburg ein einzigartiger Protest von 66 Künstlern und Kulturschaffenden veröffentlicht. Auf Seite 1 des Hamburger Abendblatts und auf zwei ganzseitigen Innenseiten gab es „66-mal Nein“ zu bevorstehenden Kürzungen im Kulturetat.
Das reiche Hamburg will 10 % seines Kulturhaushalts, der ohnehin nur 211 Mio. Euro beträgt (Vergleich: die Elbphilharmonie soll wahrscheinlich 400 Mio. Euro kosten!) einsparen. Dagegen laufen nun Künstler aber auch Manager und Mäzene Sturm. Von Siegfried Lenz bis Simone Young … alle Intendanten und Museumsdirektoren eingeschlossen. weiterlesen …


Was bleibt für die Kultur – in Zeiten der Krise?

Code

in: clara Nr. 11, dem magazin der Bundestagsfraktion DIE LINKE

Faksimile des Artikels

Doch, es gibt gute Nachrichten! Da lese ich am 17. Januar 2009 in der Thüringischen Landeszeitung: Ein Dorf leistet sich sein Theater.

Kattendorf. Während bundesweit Kultureinrichtungen dem Rotstift zum Opfer fallen, hat sich der holsteinische 900-Seelen-Ort Kattendorf für rund eine halbe Million Euro ein eigenes Theater geleistet. „Damit sind wir im norddeutschen Raum die kleinste Gemeinde mit einem großen Haus“, sagte der Erste Vorsitzende des Theaterclubs Kattendorf, Martin Ruck. Das Gebäude umfasst auf einer Fläche von rund 275 Quadratmetern einen Theaterraum mit Platz für 120 Zuschauer, eine Haupt- und zwei Probebühnen sowie einen Bühnenkeller.

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Kultur gegen die Krise – Kultur statt Konkurs!

auf: www.mitmischen.de

Was bleibt für die Kultur – in Zeiten der Krise?

Deutschland hat eine großartige Kulturlandschaft – Opernhäuser, Theater, Museen, Bibliotheken, Musikschulen und Jugendzentren. Noch. Aber durch die Finanz- und Wirtschaftskrise sind sie genauso gefährdet wie alles andere, vielleicht sogar noch mehr.

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Zum Kulturhaushalt 2009

Anlässlich der Beratungen des Haushalts der Bundesregierung für 2009 am Mittwoch, veröffentliche ich hier meine Position zum Kulturhaushalt für das kommende Jahr:
Ich setze mich nicht mit dem alles umfassenden großen Haushalt auseinander, sondern mit dem „kleinen Kulturhaushalt“. Auch er wird überschattet von der Finanz- und der bevorstehenden Wirtschaftskrise.

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Wenigstens eine Stimme dagegen setzen

in: attac-Beilage „Neuland“

Zu Kultur, Gerechtigkeit und Selbstbestimmung

Im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg, einem Bezirk mit vielen jungen Leuten und Kindern, gibt es an der Ecke Danziger Strasse – Senefelderstrasse eine Buchhandlung, die den Namen von Käthe Kollwitz trägt. Der Buchladen ist klein und muss mit seinen vier bis fünf Mitarbeitern täglich vor allem die Scharen von Leserinnen und Lesern bedienen, die sich abseits des Mainstreams zugleich informieren und unterhalten wollen. Ich war eher zufällig in dieser Gegend, und ich hatte auch nicht vor, an diesem Tage ein Buch zu kaufen. Aber eines beeindruckte mich sehr: Die Buchhandlung warb mit dem Spruch Bücher sind Lebensmittel. Welch eine treffende Formulierung!

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Informatives Kompendium über das deutsche Kulturleben

in: politik und kultur, Januar-Februar

Faksimile der Seite

DIE LINKE hat die Einsetzung einer Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ in der 15. Legislaturperiode wie auch ihre Fortsetzung in der 16. Legislatur nachdrücklich unterstützt. 30 Jahre nach der letzten großen Untersuchung des Bundestages zum Thema Kultur war es hohe Zeit, die veränderte Situation zu analysieren und Handlungsempfehlungen für den Gesetzgeber zu entwickeln. Nach der Wiedereinsetzung konnte sich DIE LINKE – nunmehr wieder eine Fraktion – aktiv in die Arbeit der Enquete-Kommission einbringen.

Für meinen Fraktionskollegen Hakki Keskin und mich als Mitglieder der Kommission waren dabei folgende Gesichtspunkte von besonderer Bedeutung:

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