Erinnerungskultur
14. Mai 2010 in Erinnerungskultur, Tagebuch
Sonntag, 9. Mai wieder in Weimar, diesmal im Bahnhof im Jugendtheater stellwerk das „Café Gedanken frei“.

- Thomas Hartung, Ottomar Rothmann, Horst Walkling-Röhn, Steffen Trostorff, Jens-Christian Wagner (v.l.n.r.)
Gespräche auf zwei Ebenen. Thomas Hartung mit Ottomar Rothmann, der in Buchenwald befreit wurde und Horst Walkling-Röhn, der 1942 nach Auschwitz deportiert wurde und 1945 mit den Todesmärschen nach Buchenwald kam.
Schwer lastet der Apell an uns: Allem und frühzeitig entgegenzusetzen, was zu einer Wiederholung dessen führen könnte, was sie durchlitten und wie ein Wunder überlebt haben. weiterlesen …
13. Mai 2010 in Erinnerungskultur, Tagebuch
Der Himmelsfahrtsfeiertag eignet sich, um den Rückblick auf die Tage um den 8. Mai und das vielfältige Gedenken an die Befreiung Deutschlands vor 65 Jahren fortzusetzen.
Vorgestern ging es schon um den 7. Mai, den Tag im Parlament.
Heute: der 8. Mai selbst.

- Volkhardt Germer (3.v.r.) und Priester Michail Rahr (2.v.r.)
Ich bin in Thüringen. In den Zeitungen keine Silbe über das historische Datum, das doch im Grunde der wichtigste Moment in unserer nachfaschistischen Zeit ist. Wären wir hier ohne die Befreiung der Alliierten? Was wären wir ohne ihre Taten?
Um 10 Uhr findet in Weimar im Schlosspark, ein paar Schritte hinter der Anna-Amalia-Bibliothek eine kleine Gedenkfeier auf dem Ehrenfriedhof für die gefallenen Soldaten der Roten Armee statt. Der Oberbürgermeister von Weimar hat dazu eingeladen. Außer mir kein Bundestagsabgeordneter, kein Landtagsabgeordneter und auch der Stadtrat von Weimar glänzt durch Abwesenheit. weiterlesen …
23. März 2010 in Erinnerungskultur, Pressemitteilungen
Die Ergebnisse der gestrigen Beratung des Stiftungsrates kommentiere ich in folgender Pressemitteilung:
Erwartet hatte man, dass endlich renommierte ausländische Wissenschaftler in den wissenschaftlichen Beirat berufen werden, nachdem drei von neun Beratern die Stiftung verlassen haben. Stattdessen soll nun die Zahl des Beraterkreises von neun auf 15 erhöht werden. Reine Zahlenspielerei – wie bei der Besetzung des Stiftungsrates vorher. Der wurde von 13 auf 21 erhöht und damit hat sich auch nicht die Frage gelöst, welche Ziele diese Stiftung hat, welcher Aufgaben sie sich stellt. Erreicht wurde nur, dass sechs Mitglieder des Bundes der Vertriebenen statt vorher drei im Steuerungsgremium vertreten sind. weiterlesen …
15. März 2010 in Erinnerungskultur
Nachdem Wissenschaftler aus Polen und Tschechien ihre Mitarbeit aufgekündigt haben, erwägt nun auch der Zentralrat der Juden, sein Mandat im Stiftungsrat „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ ruhen zu lassen. Dazu erklärt meine Fraktionskollegin und Vizepräsidentin des Bundestags, Petra Pau:
„Die Stiftungs-Idee stand von Anfang an Kopf. Nun droht ihr ein Desaster, zu Recht. Es ist höchste Zeit, dass der Bundestag die Notbremse zieht. DIE LINKE hat stets die Idee des Willy-Brandt-Kreises unterstützt. Der hat eine europäische Stiftung gegen Krieg vorgeschlagen, bei der Flucht und Vertreibung im historischen Kontext behandelt werden.“
05. Januar 2010 in Erinnerungskultur, Tagebuch
„Der BdV habe nachgedacht“, erklärt seine Präsidentin heute in der FAZ und „dabei den Beschluss gefasst“, dass die Stiftung „Flucht Vertreibung Versöhnung“
- aus der übergeordneten Stiftung „Deutsches Historisches Museum“ herausgelöst,
- der Entscheidung der Bundesregierung entzogen und
- von weit mehr als drei Verbandsvertretern im Stiftungsrat vertreten wird.
Das hat der Verband BESCHLOSSEN, wohlgemerkt! Eine von Parlament und Regierung erarbeitete, beschlossene und finanzierte Stiftung in ihr Gegenteil zu verkehren – mehr Anmaßung ist kaum möglich!
Mein Vorschlag: Dieser Beschluss des Verbandes sollte umgehend umgesetzt werden! Dann wird nämlich aus der Bundesstiftung eine Verbandsstiftung und für diese trägt weder der Bundestag noch die Bundesregierung Verantwortung.
„Flucht Vertreibung Versöhnung“ – seit im Dezember der einzige Vertreter Polens, der Historiker Thomasz Szarota, aus dem wissenschaftlichen Beraterkreis ausgeschieden ist, ist der Versöhnungsgedanke ohnehin obsolet geworden. Wir Parlamentarier sollten handeln und nun ein SICHTBARES ZEICHEN der Versöhnung schaffen, das den Namen verdient. Genauso wie es Petra Pau heute in ihrer Presseerklärung vorschlägt: weiterlesen …
23. November 2009 in Erinnerungskultur, Tagebuch
Laut FOCUS und Frankfurter Rundschau von heute „werden in der Bundesregierung konkrete Anreize diskutiert, um die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen zu einem Verzicht auf den Platz im Stiftungsrat zu drängen. So werde diskutiert, die Stiftung stärker finanziell zu unterstützen als mit den geplanten 2,5 Millionen Euro jährlich. Auch werde erwogen, dem Bund mehr Sitze im Beirat einzuräumen.“
Im Kulturausschuss habe ich stets den Standpunkt vertreten, dass die Einrichtung des Dokumentationszentrums „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ unabhängig von der Person Erika Steinbach gesehen werden muss.
Drei Sitze im Stiftungsrat für den Bund der Vertriebenen und nur zwei für Vertreter des Bundestages sind ein Skandal – ob nun Erika Steinbach einen dieser Sitze innehat oder nicht. weiterlesen …
20. November 2009 in Erinnerungskultur, Pressemitteilungen
Das ist ein wahrhaft zynischer Vorschlag im Rahmen der Versöhnung und es wäre ein vergiftetes Geschenk – so kommentiere ich in folgender Pressemitteilung die Forderung der Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, sie „über Weihnachten, dem Fest der Versöhnung“, durch die Bundesregierung in den Stiftungsrat des geplanten Zentrums ‚Flucht – Vertreibung – Versöhnung‘ aufzunehmen.
„Der Bund der Vertriebenen soll jetzt endlich seine Nominierung der Bundesregierung offiziell übermitteln. Er muss akzeptieren, dass gesetzlich festgelegt ist, dass die Bundesregierung die Mitglieder des Stiftungsrats bestellt und zwar per Kabinettsbeschluss. Die Nominierung der Kandidaten erfolgt frei – die Bestellung durch die Regierung erfordert die Zustimmung des ganzen Kabinetts.
Soviel Anerkennung demokratischer Spielregeln ist auch vom Bund der Vertriebenen zu verlangen. Dem unwürdigen Schauspiel muss jetzt ein Ende bereitet werden. Weihnachten ist zu schade für solch einen Politzirkus.“
09. November 2009 in Erinnerungskultur, Pressemitteilungen
Zur Aufstellung der ersten vier “Denknadeln” in Erfurt erkläre ich in folgender Pressemitteilung:
Mit dieser Aktion wird den Opfern des Nationalsozialismus ein Name und ein Gesicht gegeben. Viele Menschen wenden sich ab, wenn es um die Gräueltaten der Nazis in Deutschland geht, weil sie glauben, so etwas sei heute nicht mehr möglich. Wir müssen zeigen, dass Menschen aus der Mitte unserer Gemeinschaft herausgerissen und umgebracht wurden, nur weil sie Juden waren. weiterlesen …
09. September 2009 in Arbeit im Bundestag, Erinnerungskultur, Tagebuch
Meldung vom 2009-09-09 14:31:00
Schal erregt Anstoß – Linke der Polizei überstellt
„Berlin (dpa) – Die Linke-Bundestagsabgeordnete Luc Jochimsen ist beim Festakt für das neue Ehrenmal der Bundeswehr an die Polizei überstellt worden, weil sie einen Schal mit der aufschrift ‚Nun erst recht. Raus aus dem Krieg.‘ trug.“
TAGEBUCH
Unmittelbar nach der Einweihungszeremonie wurde ich von einem Offizier angehalten, der mir ausdrücklich seinen Namen nicht nannte. Er nahm Anstoß an meinem Schal mit dem Schriftzug „NUN ERST RECHT – RAUS AUS DEM KRIEG“. Der Offizier forderte mich auf, den Schal abzunehmen. „Er passe nicht hierher“. weiterlesen …
08. September 2009 in Erinnerungskultur, Tagebuch
Ich bin vom Verteidigungsministerium zur Einweihung des Ehrenmals der Bundeswehr heute um 17 Uhr auf dem Gelände des Bendlerblocks eingeladen worden. Ich habe mir hin und her überlegt, soll ich einfach absagen oder soll ich hingehen – meine Ablehnung dieses Ehrenmals ist ja bekannt. Ich habe mich dann entschlossen, an der Einweihung teilzunehmen – aber nicht als stummer Gast, sondern mit einer Aussage. Die Aussage heißt:
NUN ERST RECHT – RAUS AUS DEM KRIEG
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