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Erinnerungskultur

Unterwegs in Thüringen: Erinnerungsort und Botschafterin für Erfurt

Nach dem gestrigen Café Gedanken frei bin ich nun zwei Tage lang wieder in Erfurt und Weimar unterwegs. Heute stand zunächst ein Besuch des Erinnerungsortes Topf & Söhne in Erfurt auf dem Programm. Diese Firma lieferte der SS die Verbrennungsöfen für Buchenwald und Auschwitz, waren somit die „Techniker des Holocaust“. Die Pädagogische Leiterin, Frau Schubert, erläuterte mir die Geschichte und die Entstehung dieses Erinnerungsortes. Sie stellte klar, dass die Firma keinesfalls gezwungen wurde, diese Öfen zu produzieren. Sondern sich freiwillig zum Bau und zur Lieferung entschied und sich sogar damit rühmte, die Technik und die Effizienz der Ofen eigenständig weiter zu entwickeln. Ich diskutierte mit Frau Schubert ausführlich die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Ethik und Wirtschaft und verwies unter anderem auch auf die Wissenschaftler, die mit großem Eifer die Atombombe entwickelten. Wohl wissend, damit ein Instrument zum massenhaften Töten von Menschen zu bauen.

Neben vielen Dokumenten, die auf erschreckende Weise den technischen Umgang mit dem Mord an Millionen von Menschen darlegen, wird aber auch der Opfer gedacht. Dieser Raum hat mich besonders beeindruckt. Hier kann man Berichte von Zeugen des Mordens lesen, von jüdischen Häftlingen, die gezwungen wurden, an den Öfen zu arbeiten. Die meisten dieser Zeugen wurden später selbst umgebracht, sie haben aber ihre schrecklichen Erlebnisse aufgeschrieben und vergraben um das Geschehen zu dokumentieren.

Abschliessend wurde mir das pädagogische Konzept vorgestellt, dass mich sehr überzeugt hat. In unterschiedlich langen Bildungseinheiten werden insbesondere Jugendliche mit der Frage konfrontiert, wie es geschehen konnte, ethische und moralische Grundsätze völlig zu vergessen und den Massenmord technisch zu organisieren. Und welche Bezüge es zu heute gibt. Ich hoffe, möglichst viele Menschen besuchen diesen Ort um zu erfahren, wie das Ungeheuerliche zur Normalität werden konnte.

Dieser Ort gehört genauso zur Geschichte Erfurts, wie viele Zeugnisse jüdischen Lebens, der Dom oder die weltberühmte Krämerbrücke. Ich hatte mich gefreut, von der Tourismus-GmbH zur „Botschafterin“ für Erfurt ernannt worden zu sein. Diese GmbH hat ihre Büros in einem der ältesten Gebäude der Stadt. Heute habe ich in einem langen Gespräch mit Frau Dr. Hildebrandt, der Geschäftsführerin, und Frau Oertel, die sich um die BotschafterInnen kümmert, dieses Ehrenamt diskutiert und meine Möglichkeiten ausgelotet. Ich habe einiges Neues über die Stadt, das Wohnen und Leben in Erfurt erfahren. Mit viel Material im Gepäck verließ ich die wunderschön restaurierten Räume direkt neben dem Rathaus.

Den Abschluss des Tages bildete eine Lesung im Frauenzentrum „Brennessel“. Ich las aus meinem Buch über Theodor Herzl „Dieses Jahr in Jerusalem“ und diskutierte anschließend auch über allgemeine Themen wie „Frauen in der Politik“.


Tagebuch: 27. Januar, der besondere Tag

Um 9 Uhr begann im Plenarsaal die Gedenkstunde des Deutschen Bundestages – Gedenken an die Befreiung von Auschwitz, Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus.

Redner diesmal: Marcel Reich-Ranicki, der über 90-Jährige, der von seinen deutsch-polnischen jüdischen Eltern als Kind nach Berlin geschickt wurde, um da die deutsche Sprache und Kultur zu lernen und den die Deutschen kurz nach seinem Abitur nach Warschau deportierten – ins Ghetto, wo er als Übersetzer und Protokollant des „Judenrates“ arbeitete bis er zusammen mit seiner Frau in den Untergrund floh – und so das Kriegsende überlebte.

Marcel Reich-Ranicki las aus dieser Ghetto-Zeit – von den Schrecken, die der Protokollant akribisch aufzeichnen musste, den Selektionen, den Befehlen zur Ausraubung, zum Tod…

Eiseskälte bereitete sich im hohen Haus aus – man konnte kaum weiter atmen.

Aber dann: Wie schön war das Gesicht von Marcel Reich-Ranicki beim Betreten des Plenarsaals, beim Zuhören der Rede von Bundestagspräsident Lammert und beim Lauschen der Musik: Chopin´s Nocturne in cis-moll und M.W. Sonate…

Ein Glanz ging von seinen Blicken aus mit denen er uns musterte, ein schönes Leuchten, Glück eines sehr alten Menschen, der schon viele Ehrungen, sehr viel Publikum erlebt hat – nun aber doch gespannt und neugierig ist auf diese besondere Begegnung.
Wie selten sind solche Augenblicke!
Wie gut, dass es sie gibt.


200. Geburtstag von Moses Hess

Moses Hess, Sozialist, Zeitgenosse von Karl Marx, Autor des Buches „Rom und Jerusalem“, das man als historischen Ausgangspunkt für den Zionismus ansehen kann, ist vor 200 Jahren in Bonn geboren worden. Nicht ganz klar ist, ob am 21. Januar oder am 21. Juni. Deutsch- und englischsprachige Nachschlagewerke sind da geteilter Meinung. Jedenfalls hat die Direktorin der Rosa Luxemburg Stiftung in Tel Aviv, Angelika Timm, für die Stiftung und auch auf Bitte von Gregor Gysi und mir, am Sonnabend Steine auf das Grab im Kinneret Cemetery beim Kibbutz Degania niedergelegt. Wir planen im Juni eine Veranstaltung mit Gregor Gysi: einer Lesung mit einer Ausstellung in der Geburtsstadt Bonn zu ehren dieses kämpferischen Sozialisten der frühen Jahre.


Der Abgeordnete Adolf Hitler?

An dieser Stelle endet nun der Rückblick ins vergangene Jahr und wir wenden uns dem Neuen zu. Die Deutsche Welle hat mich angesprochen und um ein kurzes Interview gebeten. Die Installation „Archiv der deutschen Abgeordneten“ des französischen Künstlers Christian Boltanski im Keller des Reichstags soll an die Geschichte der deutschen Demokratie erinnern. Jeder Abgeordnete der zwischen 1919 und 1999 in einem gewählten deutschen Parlament saß, ist hier mit dem Namen und der Parteizugehörigkeit vertreten – auch Adolf Hitler. Nun hat jemand das Werk beschädigt und damit eine Debatte ausgelöst…

[…]"Sollte sich die Bewertung durchsetzen, die letzte freie Wahl habe im November 1932 stattgefunden, muss auch das Kunstwerk überarbeitet werden", schrieb der Historiker des Deutschen Bundestages, Michael Feldkamp, bereits vor einigen Monaten in einem Zeitungsartikel. "Noch wird den Besuchern geantwortet: Diese NSDAP-Abgeordneten waren immerhin demokratisch gewählt worden, auch wenn sie zu den Totengräbern der Weimarer Republik gehörten."

Dagegen, die Abgeordneten von 1933 wieder aus dem Kunstwerk zu entfernen, wehren sich aber einige Abgeordnete. „Man muss die Wunde offenhalten“, sagt die Linken-Politiker Luc Jochimsen, die auch im Kunstbeirat sitzt. „Hitler war ein gewählter Abgeordneter, kein Außerirdischer.“ […]

Den gesamten Artikel können Sie HIER lesen!


Berichterstattergespräch: „Gedenkort“ Tiergartenstraße 4

Am Freitag, den 16.12.2011, dem letzten Arbeitstages des Parlamentes in diesem Jahr, fand im Bundestag ein Fachgespräch mit den Direktoren der Stiftungen „Topographie des Terrors“ und „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ sowie Vertretern von Opferverbänden zum Thema „Gedenkort“ Tiergartenstraße 4 statt. Die Fraktionen waren mit ihren Berichterstattern vertreten, für die CDU/CSU Marco Wanderwitz, für die FDP Lars Lindemann, für die SPD Wolfgang Thierse, für Bündnis90/Die Grünen Claudia Roth und ich selbst für DIE LINKE.

Hintergrund: Seit dem 07. November 2011 gibt es einen verabschiedeten Antrag der Fraktionen CDU/CSU, FDP, SPD und Bündnis90/Die Grünen „Gedenkort für die Opfer der NS-„Euthanasie“-Morde“ einen Gedenkort für die Opfer der „Euthanasie“ am historischen Ort in der Mitte Berlins in der Tiergartenstraße 4 zu schaffen. Wir haben zu diesem Antrag einen Änderungsantrag eingebracht, mit dem wir uns dezidiert für einen Informations- und Erinnerungsort einsetzen, weil uns die Argumente aller Fachleute überzeugt haben, die eben kein Denkmal, sondern einen Informationsort wollen. Genau das war auch die übereinstimmende Botschaft bei diesem Berichterstatter-Gespräch.

Margret Hamm, Vertreterin der Arbeitsgemeinschaft der Zwangssterilisierten und „Euthanasie“-Geschädigten: „T4 muss ein Ort der Information werden, an dem sich pädagogische Arbeit leisten läßt.“

Prof. Dr. Frank Schneider, Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde ( DGPPN ): „Es sollte kein Denkmal sein, sondern ein Informationsort.“

Uwe Neumärker, Stiftung „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“: „Ein Ort in Berlin, Täter-Ort und Erinnerungsort, der Ort des einzigen systematischen Massenmordes auf deutschem Boden, der darüber hinaus auch eine europäische Dimension hat, deren Ausmaß wir heute überhaupt noch nicht kennen.“

Dr. Andreas Nachama, Stiftung Topographie des Terrors: „Es muss ein Ort der Aufklärung sein – so viel Information wie möglich.“

Dies ist die Aufgabe, die wir als Abgeordnete nun übernehmen müssen. Im Antrag der anderen Fraktionen heißt es: „Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, einen vom Land Berlin auszuschreibenden Ideenwettbewerb zur Umgestaltung des Areals Tiergartenstraße 4, bei dem Betroffene und Verbände mit eingebunden werden, unterstützend zu begleiten.“

Einfach wird das nicht sein, weil 500.000 Euro für die Gestaltung sehr wenig Geld sind, um ein Gebäude – und sei es noch so einfach – zu errichten, unter der Erde oder über der Erde, in dem der von allen geforderte Informationsauftrag erfüllt werden kann.

Letzter Arbeitstag 2011 – schwierige Aufgabe für 2012!

So sieht es zur Zeit an der Tiergartenstraße 4 aus.

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Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz

Heute bin ich in Cottbus. Hier findet die 43. Sitzung des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz statt. Die Tagesordnung ist gespickt mit vielen interessanten Themen: z.B. die Städtebauförderung, „Denkmalschutz und Klimaschutz“, Vorstellung verschiedener Projekte und Workshops – und natürlich die Preisverleihung „Deutscher Preis für Denkmalschutz“…


Rede: „Gedenkort für die Opfer der NS-„Euthanasie“-Morde“


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So sieht es zur Zeit an der Tiergartenstraße 4 aus.

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Gestern stand die Debatte zum „Gedenkort für die Opfer der NS-„Euthanasie“-Morde“ auf der Tagesordnung im Deutschen Bundestag. Leider mal wieder am späten Abend, sodass ich meine Rede zu Protokoll geben musste.

Rückdatiert auf den Überfall Deutschlands auf Polen, den Kriegsbeginn am 1. September 1939, befahl Adolf Hitler die sogenannte „Euthanasie“-Aktion. Zum medizinischen Leiter dieser – später „T4“- genannten Aktion wurde der Psychiater und Neurologe Professor Werner Heyde bestimmt. Der Aktion T4 und den nach ihrer offiziellen Beendigung sich anschließenden weiteren Phasen der Krankentötungen sollten bis zum Kriegsende – und noch einige Wochen darüber hinaus – mindestens 250.000 bis 300.000 psychisch, geistig und körperlich kranke Menschen zum Opfer fallen.
Am Ort der ehemaligen Zentraldienststelle in der Tiergartenstraße 4 befinden sich heute nur eine unscheinbare, in den Boden eingelassene Gedenktafel für die „Euthanasie“-Opfer und eine erst nachträglich den Opfern gewidmete Plastik. Einen zentralen, nationalen Gedenkort für die Opfer der sogenannten „Euthanasie“ gibt es bisher nicht. Dies soll nun geändert werden. Mit ihrem Antrag „Gedenkort für die Opfer der NS-„Euthanasie“-Morde“, 17/5493, wollen CDU/CSU, SPD und Bündnis90/Die Grünen sich für eine Aufwertung des bestehenden Denkmals und eine angemessene Würdigung der Opfer am historischen Ort der Planung und Organisation der „Aktion T4“ in der Tiergartenstraße 4 einsetzen.
DIE LINKE hat dieses Ansinnen von Beginn an auf Bundes- und Landesebene unterstützt. Die nationalsozialistischen Morde an behinderten Menschen bzw. Patienten gehören in das kollektive Gedächtnis unserer Nation. Die Erinnerung daran ist eine Aufgabe von nationaler Bedeutung und gesamtstaatlicher Verantwortung. Die Gedenkstättenkonzeption des Bundes schließt diese Opfergruppe ausdrücklich in das nationale Gedenken ein. Es steht für uns außer Frage, dass der Bund zu seiner Verantwortung stehen sollte und in diesem Fall gibt es auch einen parteiübergreifenden Willen, dies zu tun.
Leider wurden wir erneut von der Erarbeitung eines interfraktionellen Antrages ausgegrenzt und konnten so Einwände und Änderungsvorschläge am vorliegenden Antrag nicht geltend machen. weiterlesen …


Gedenken an den 9. November

Wie umgehen mit diesem Tag der deutschen schwarzen Rohheit?
Dem Signal, dem Anfang des nationalen Mordens? Ja, es gibt offizielle Veranstaltungen und Lektionen in den Schulen. Trotzdem ist der 9. November an vielen Orten in diesem Land eine leere Stelle, vielleicht sogar überdeckt vom anderen 9. November, dem Tag, als die Mauer fiel…

Für mich gibt es eine Stadt, die im Gedenken an den 9. November gewissermaßen mit sich eins ist: Frankfurt am Main. Dort hält das politische, kulturelle Leben gewissermaßen für drei bis vier Stunden den Atem an. Einerlei ob der 9. November auf einen Werk- oder Feiertag fällt, treffen sich hunderte Frankfurterinnen und Frankfurter mit der Oberbürgermeisterin, Parlamentariern, Journalisten, Künstlern, Unternehmern, Angestellten, Arbeitern, Schülern, Studenten … zu einer Gedenkstunde in der Paulskirche. Das ähnelt noch dem Üblichen, dem, was in manchen anderen Städten auch stattfindet. Danach aber geschieht Besonderes. Man geht oder fährt zusammen zur großen Synagoge in der Freiherr-vom-Stein-Straße. Diese Synagoge hat die Feuerwehr vor dem völligen Ausbrennen bewahrt, anders als die anderen Synagogen in Frankfurt am Main. Die Nazis haben sie dann bewusst stehen lassen, um sie nach dem Krieg, ihrem siegreichen Neubeginn im „judenfreien Deutschland“ zu einem antisemitischen Museum zu machen, einem Propaganda-Labor der Rechtfertigung und Abschreckung … in diese so „verschonte“ große Synagoge in der Friedrichstraße geht man – zum Totengebet, dem Kaddisch. Die Namen der Frankfurter Jüdinnen und Juden, die ermordet wurden, werden verlesen und die Orte ihrer Vernichtung – und dann stimmt der Kantor die Totenklage an. Das ist der Moment, in dem die eigene Haltung fast zusammenbricht – so überwältigend werden Schmerz und Scham…
Danach gehen alle wieder hinaus in den Alltag, in das Tagwerk, in die Normalität des jeweiligen 9. November.
Nun kann man sagen: einige hundert Frankfurter, vielleicht sogar tausend, was ist das schon in einer 700.000 Einwohner-Stadt? Der Alltag wird nur für Wenige unterbrochen. Dennoch war es stets und ist es nach wie vor ein unübersehbares Signal. Bürger der Stadt halten den Atem an, an diesem 9. November und alle sind eingeladen, sich anzuschließen.
Das andere ist: wenige Städte nur haben heute wieder eine Synagoge und eine jüdische Gemeinde. Und nur an solchen Orten ist es möglich dieses doppelte Gedenken zu begehen. Und das stellt uns vor die Frage: wie können wir überhaupt an den 9. November denken, wenn gar kein Dialog möglich ist zwischen uns und unseren jüdischen Mitbürgern. Die leeren Stellen in unserer Gesellschaft, die werden an diesem Tag besonders schmerzlich deutlich. Dokumentarfilme, alte Fotos, die Erinnerungen, in Büchern festgehalten, sind und bleiben da nur Hilfsmittel. Also, gibt es vielleicht nur eine andere Lösung. Jeden Tag und überall den Dialog suchen und aufnehmen,  wo er möglich ist. Wie meine Mutter immer zum Muttertag sagte: „Dieser eine Tag im Jahr, der ist mir zu wenig, der ist mir zu offiziell, zu oberflächlich…wollen wir nicht lieber versuchen miteinander jeden Tag gut auszukommen?“ Respektvoll, fair miteinander auskommen, Mehrheit mit Minderheit, – jeden Tag – das wäre eine Möglichkeit des 9. Novembers zu gedenken.


„Ich habe den Krieg verhindern wollen.“ Georg Elser

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Am 8. November war es endlich soweit. Johann Georg Elser bekam in Berlin sein Denkmal – von Rolf Hochhuth seit Jahren gefordert und jetzt von Berlin – Abgeordnetenhaus und Senat – realisiert.
Auch die Linksfraktion im Bundestag hat sich seit langem für dieses Denkmal engagiert. So in unserem Antrag vom 4. Juni 2008: Ehrung für Johann Georg Elser als gesamtgesellschaftliches Anliegen begreifen. Drs.16/9419

„… Die Ehrung von Johann Georg Elser, der am 8. November 1939 das gescheiterte Bombenattentat auf Adolf Hitler im Münchner Bürgerbräukeller verübt hatte und kurz vor Kriegsende am 9. April 1945 im KZ Dachau ermordet wurde, ist als ein gesamtstaatliches Anliegen zu begreifen. Nachdem der politische Widerstand von Kommunisten, Sozialdemokraten und anderen Bewegungen nach 1933 grausam zerschlagen wurde, markiert das Attentat von Johann Georg Elser lange vor dem 20. Juli 1944 den politisch-ethischen Aufstand eines Einzelnen gegen die Nazi-Diktatur.
Johann Georg Elser wurde während der gesamten Zeit der deutschen Zweistaatlichkeit in Ost und West aus unterschiedlichen Gründen kaum erwähnt. Noch heute ist er im öffentlichen Bewusstsein nicht präsent. Eine Ehrung mit vorher- gehender breiter gesellschaftlicher Diskussion würde die politische Kultur der Bundesrepublik Deutschland bereichern…“

Um 12 Uhr fand die feierliche Übergabe des Denkzeichens für Georg Elser in Gegenwart des Autors Rolf Hochhuth und dem Künstler Ulrich Klages statt.


In der ganzen Republik Thema – ausser in Thüringen

Ich habe mich bereits am Wochenanfang klar und eindeutig von der  „Jungen Welt“  und ihrem zynischen Aufmacher distanziert. Meinen Text können Sie [HIER] nachlesen.  Dazu brauchte es im übrigen auch nicht die Aufforderung von Herrn Kurth von der FDP, von der die Thüringer Landeszeitung am 16.08. berichtete.

In der gesamten Republik berichten Zeitungen über dieses Thema – und immer wird auf meine Distanzierung verweisen – oder die meiner mittlerweile sehr zahlreichen KollegInnen aus dem Bundestag oder aus den Ländern. Das ist bemerkenswert, denn  in den Thüringer Zeitungen findet eine solche Berichterstattung nicht statt. Dort wird es bei dem o.g. Artikel und der „Aufforderung“ des FDP-Kollegen belassen. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

In der Folge einige  Zeitungsartikel:

Die „taz“ vom 17.08.2011:

„Ich finde das hochgradig zynisch, sagte Luc Jochimsen, Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, der taz. Für Hinterbliebene von Maueropfern sei das ein Schlag ins Gesicht. Sie forderte, die finanzielle Unterstützung durch die Partei, etwa in Form von Anzeigen, zu beenden. In der nächsten Fraktionssitzung solle darüber abgestimmt werden.“ Den gesamten Artikel aus der „taz“ können Sie [HIER] nachlesen.

Das  “Neue Deutschland“ vom 18.08.2011:

Ich werde dort mit meiner Forderung zitiert, das über das weitere Vorgehen und das Verhalten gegenüber der Jungen Welt in der nächsten Sitzung der Bundestagsfraktion abgestimmt werden soll (siehe Bild links).

„Die Welt“ vom 18.08.2011:

Hier heisst es: „Die Bundestagsabgeordnete Luc Jochimsen sagte der „taz“, sie finde die Gestaltung der Titelseite zum Gedenktag des Mauerbaus „hochgradig zynisch“. Sie forderte, die finanzielle Unterstützung der „Jungen Welt“ durch die Partei, etwa in Form von Anzeigen der Bundestagsfraktion, zu beenden. Darüber solle in der nächsten Fraktionssitzung abgestimmt werden.“ Den gesamten Artikel finden Sie in Welt-Online.

 

Der Tagesspiegel vom 18.08.2011:

Die Zeitung vermeldet im Zusammenhang mit den Entgegnungen von Gregor Gysi und Petra Pau: Die Kulturpolitikerin Luc Jochimsen sagte: „Für eine linke und aufklärerische Zeitung, wie es die ,Junge Welt’ sein will, ist das unmöglich.“ Der Artikel ist [HIER] nachzulesen.

Die „Badische Zeitung“ vom 19.08.2011:

Hier werde ich im Zusammenhang mit dem weiteren Umgang mit der Zeitung zitiert:  „Die Abgeordnete Luc Jochimsen will erreichen, dass die Fraktion dort nicht mehr inseriert.“  Zum Artikel: [HIER]

Und auch der Kommentator der „Nürnberger Zeitung“ musste erkennen:  „Selbst bei der Linkspartei regt sich Widerspruch. So forderten gestern die Bundestagsabgeordneten Luc Jochimsen, Petra Pau und Katja Kipping, jede Zusammenarbeit mit der „Jungen Welt“ zu beenden.“


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