Italienisches Tagebuch
22. Juli 2009 in Tagebuch
Venedig: Ferientage. Kunstbiennale-Tage. Was diese Stadt alles bietet an Ansichten aus aller Welt!
Nicht nur die große Internationale Ausstellung mit den 36 Länder-Pavillons im Prachtgarten genannte „Guardini“ und im „Arsenale“ der mittelalterlichen Schiffswerft, sondern auch dutzende „Trabanten“, der von über 100 Künstlern und Künstlerinnen überall in den noch so entlegenen Winkeln der Stadt gestalteten Sonderschauen sind zu sehen. Da ist zum Beispiel Planet „Kurdistan“ am Marktplatz von „Cannaregio“, wo man sich einen Ausweis als immigrierender Weltreisender ausstellen lassen kann, oder der „Ost-West-Divan“ eine Ausstellung von Künstlern aus Afghanistan, Pakistan und dem Iran, die uns deutlich macht, wie orientalisch dieses Venedig von alters her ist. Brücke zwischen Morgenland und Abendland, ganz so wie es Goethe gesehen und in seinem west-östlichen Divan beschrieben hat und hier nun die zeitgenössische Vorlage liefert. In der verlassenen Kirche „MISERICORDIA“ hängen riesige Neonkronleuchter mit Koraninnenschriften, schauen uns Frauenportraits aus Teheran an mit dem Fragetitel „Terroristinnen?“ und vervielfachen wir uns in einer Spiegelwelt aus orientalischen Mustern. Ein faszinierender Kontinent breitet sich in der Stadt aus – Weltkunst in Venedig im Sommer 2009.
Weiteres in der nächsten Woche.