Berichterstattung zur Aberkennung des Weltkulturerbetitels für das Dresdner Elbtal
26. Juni 2009 in Tagebuch
Es ist höchste Zeit, eine Art „Tagesschau-Watch“ einzurichten, um täglich die Desinformation dieser bedeutenden Nachrichtensendung aufzudecken. Beispiel die gestrige Berichterstattung zur Aberkennung des Weltkulturerbetitels für das Dresdner Elbtal.
Was also haben wir da gesehen und gehört – immerhin war es die Nachricht Nr. 1, mit der die Sendung aufmachte. Bilder von der Baustelle, Computeranimation von der Brücke, ein paar Einstellungen von der Konferenz in Sevilla, ein kurzes Statement des Komitee-Vorsitzenden über die Kompromissfähigkeit der Verantwortlichen – und dann eine längere, vollkommen unverständliche Aussage der Dresdner Oberbürgermeisterin von der CDU, dass sie mit irgendeinem Plan jetzt zum Stadtrat zurückfahre, um später noch einmal einen Antrag zu stellen – und dann wird alles wieder gut.
Selten solch einen Unsinn gehört. Und der Bericht stellt das auch nicht dar, sondern lässt das einfach ohne Nachfrage stehen, zeigt schnell noch eine Totale mit Demonstranten – und damit ist die Top-Geschichte auch schon vorbei. Und das nennt sich öffentlich-rechtliche Information!
Was hat Städtebauminister Tiefensee gestern gesagt? „Welterbestätten sind nationale Aufgaben.“ Den Satz hätte längst mal die Kanzlerin aussprechen müssen. Nun ziehen wir halt mit Oman gleich, dem einzigen anderen Land bisher, dem ein Weltkulturerbetitel aberkannt worden ist. Die „Kulturnation Deutschland“, von der die Kanzlerin so gerne bei jeder Gelegenheit spricht, ist blamiert und das wiederum verdanken wir der „Kulturstadt Dresden“ – vielen Dank auch dafür an die sächsische CDU und FDP und die Große Koalition in Berlin – SPD schön mittenmang.
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Schönes Wochenende!
Am Montag beginnt das Tagebuch mit einem ND-Artikel zum ach so appetitlichen „Fall Tom Buhrow“ unter dem Titel: „Gagen für Plaudertaschen“.
