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Rückblick auf das Wochenende – Teil 1

filmpreisDie 60. Verleihung des Deutschen Filmpreises als Staatszirkus

Der Friedrichstadtpalast war am Freitagabend erfüllt vom Brüllen der Fotografen und ihrem Blitzlichtgewitter. „Der deutsche Film“ feierte sich – wie in den Jahren zuvor im Palais am Funkturm – und doch war etwas ganz neu an diesem Abend. Während sonst „die Branche“ mit Stars und Sternchen sich einer Gala hingibt, den „richtigen“ oder den „falschen“ Filmen Preise verleiht, trat diesmal die Bundeskanzlerin auf mit Rede und Überreichung der Trophäe an den besten Spielfilm. Den ganzen Abend dominierten – abgesehen von Michael Haneke und seinem Team für den schon mehrfach ausgezeichneten Film „Das weiße Band“ – die Kanzlerin und nochmals die Kanzlerin, ihr Kulturstaatsminister und Bernd Eichinger als Ehrenpreisträger.
Am Ende mutierte die Kanzlerin gewissermaßen zur Goldenen Lola und übergab dieselbe. Eine Feier der Bundesregierung bzw. der Bundes-CDU als seien sie und der deutsche Film ein und dasselbe. Lauter Selbstlob – wo es um den Einsatz und die Beteiligung vieler anderer geht – in der Zusammenarbeit des Parlaments übrigens – und dort zum Beispiel im Haushaltsausschuss, wo auch die LINKE für die Förderung des Films eintritt.
Immer heißt es, dass es bei dieser Veranstaltung „um Respekt, Reputation und Repräsentation geht.“ Davon sprach auch Bruno Ganz in seinem Grußwort als neuer Präsident der Deutschen Filmakademie. Es ist eine Frage, wie viel Respekt und Reputation im Sinne der Filmakademie übrig geblieben sind in diesem Jahr. Hier ging es vor allem um Repräsentation.
Kanzlerinnen-Inszenierung pur wie sonst vielleicht in einem Balkanstaat. Eigentlich peinlich, aber wohl neuer Kulturstil im Hause Merkel. Nun war diese Filmpreisverleihung, die jahrelang als „Bundesfilmpreis“ firmierte immer politisch, von den jeweils Regierenden instrumentalisiert – aber solch‘ einen Staatszirkus hat es bisher nicht gegeben – und der wird hoffentlich in der politischen Diskussion des Parlaments demnächst auch eine Rolle spielen.

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Morgen Teil 2 des Wochenend-Rückblicks: Am Sonnabend war ich beim „Internationalen Gedenktag an den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich“ im Französischen Dom in Berlin.