Nachtrag zum Thema Wuppertaler Theater
04. Februar 2010
Am 2. Februar schrieb ich Jürgen Büssow, dem Düsseldorfer Regierungspräsidenten folgenden Brief (siehe auch ‚Tagebuch‘ vom 2. Februar):
Sehr geehrter Herr Regierungspräsident,
in der Süddeutschen Zeitung vom 01.02.2010 werden Sie gewissermaßen mit einer Gratulation an die Stadt Wuppertal zitiert. Sie hätten öffentlich Wuppertal zum Mut, das Schauspielhaus zu schließen, beglückwünscht.
Darf ich fragen, ob dies stimmt? Und wenn es stimmt, darf ich Sie dann um eine Begründung für diese Gratulation bitten?
Ich bin kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Deutschen Bundestag und Obfrau meiner Fraktion im Ausschuss für Kultur und Medien.
Wir werden am 24.02.2010 im Ausschuss ein Expertengespräch durchführen „Lage der öffentlichen Kulturfinanzierung in der Finanz- und Wirtschaftskrise – Lösungsmöglichkeiten für den Erhalt der kulturellen Infrastruktur in Ländern und Kommunen.“
In diesem Zusammenhang wird natürlich auch der Fall des Wuppertaler Theaters zur Sprache kommen und Ihre Haltung ist in diesem Zusammenhang von besonderer Bedeutung.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Lukrezia Jochimsen
Daraufhin bekam ich heute einen Anruf von Herrn Büssow:
Ja, das Zitat in der „Süddeutschen Zeitung“ stimmt. Er habe öffentlich gesagt, die Wuppertaler hätten Mut, das Theater zu schließen. Er ist gerne bereit in den Ausschuss für Kultur und Medien des Bundestages zu kommen, um diese Aussage zu begründen. „Denn es ist der Bund, dessen Steuerpolitik die Kommunen in die Situation bringt, dass sie jetzt Kultureinrichtungen zumachen müssen. Hätten wir eine andere Bundespolitik, gäbe es keine Krise für die Kultureinrichtungen.“
Er will die Entfernungen zwischen den Theatern in der Region jetzt ausmessen lassen und überlegt, ob man nicht Theaterbusse einführen müsste, die von einem geschlossenen Theater in eines fahren, das noch spielt. „Es geht nur noch mit Hilfe von Kooperationen zwischen den einzelnen Städten.“ Das ist sein Resümee.