Nachrichten aus Wuppertal
02. Februar 2010
An keinem Ort lässt sich das Ausmaß der Krise in den Kommunen und seine Auswirkungen für die Kultur erschreckender und deutlicher als in Wuppertal erkennen, wo nicht nur „irgendwie“ an der Kultur gespart, sondern ganz präzise das Schauspielhaus geschlossen werden soll. Ursache: die Stadt hat 1,8 Milliarden Schulden und 40 Prozent weniger Gewerbesteuer. Die Kommune ist mehr als Pleite.
Nun protestieren Bürger und Künstler aus der ganzen Region – aus Solidarität und auch aus Angst vor dem Domino-Effekt: wenn Wuppertal schließt, was machen dann Duisburg, Hagen, Dortmund, Oberhausen usw., denn dort sind die Haushalte ebenfalls verschuldet.
Was geht da alles dahin?
Einer der jungen Protestierer sagte es in einfachen Worten: „Bildung, Jugend und Kultur – das ist das Kapital unserer Stadt.“
Nun gibt es eine zentrale Aussage, die heißt: „Hilfe kann nur von außen kommen, vom Land Nordrhein-Westfalen und vom Bund“. Das ist genau das, was wir LINKEN im Bundestag fordern – seit Beginn dieser Legislaturperiode. Ein Notprogramm des Bundes, einen Schutzschirm für die Kultur: jetzt sofort, bevor alles vor die Hunde geht!
Aus meiner Sicht ist das übrigens ein notwendiges „Wiedergutmachungsprogramm“ des Bundes, denn Bundesregierungen haben seit 2002 in Folge (Rot-Grün, Schwarz-Rot und jetzt Schwarz-Gelb) die Kommunen systematisch um ihre Einnahmen gebracht und ihnen gleichzeitig immer teurere Aufgaben übertragen!
Also: ein Schutzschirm für die Kultur! Für Wuppertal und ähnlich desaströse Fälle. Damit vor allem Kinder nicht in einer kulturverarmten Umwelt aufwachsen. Den Preis, den die Gesellschaft dann später zahlen muss ist hoch – und er widerspricht unseren Werten, um auf die mal wieder zu sprechen zu kommen!!
Übrigens: der Regierungspräsident von Düsseldorf, Jürgen Büssow, „gratulierte der Stadt Wuppertal öffentlich zu ihrem Mut, das Schauspielhaus zu schließen.“ (Zitat Süddeutsche Zeitung von gestern) Das halte ich für so monströs, dass ich mal schriftlich bei ihm nachfrage.
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