Aufschrei in Hamburg!
17. November 2009 in Kultur in Deutschland, Tagebuch
Gestern wurde in Hamburg ein einzigartiger Protest von 66 Künstlern und Kulturschaffenden veröffentlicht. Auf Seite 1 des Hamburger Abendblatts und auf zwei ganzseitigen Innenseiten gab es „66-mal Nein“ zu bevorstehenden Kürzungen im Kulturetat.
Das reiche Hamburg will 10 % seines Kulturhaushalts, der ohnehin nur 211 Mio. Euro beträgt (Vergleich: die Elbphilharmonie soll wahrscheinlich 400 Mio. Euro kosten!) einsparen. Dagegen laufen nun Künstler aber auch Manager und Mäzene Sturm. Von Siegfried Lenz bis Simone Young … alle Intendanten und Museumsdirektoren eingeschlossen.
Der frechste Vorschlag stammt von Michael Jürgs, der auch Vorstandsmitglied des Literaturhauses ist: „Anstatt zehn Millionen sollte man dann wohl lieber die Kultursenatorin einsparen“.
Aber im ernst: was da in Hamburg geplant ist, ist genau der Anfang der Epidemie, von der ich in meiner Bundestagsrede vorige Woche gesprochen habe. (Siehe Rubrik ‚Reden‘, 10. November 2009)
Das 66-malige Nein in Hamburg muss Schule machen im ganzen Land. Künstler und Kulturschaffende müssen sich zur Wehr setzen. Und die Bundesregierung endlich handeln – wie auch der Senat in Hamburg.
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