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Wer gedenkt der Opfer des Krieges?

LINKE-Antrag zum Bundeswehr-Ehrenmal (PDF)
LINKE-Antrag zum Bundeswehr-Ehrenmal (PDF)

Zur morgigen Einweihung des „Ehrenmals der Bundeswehr“ auf dem Gelände des Bendlerblocks in Berlin frage ich:  „Wer gedenkt gerade jetzt der zivilen Opfer des Krieges, den wir führen?“ Dazu unsere heutige Presseerklärung HIER…

Was DIE LINKE zum „Mahnmal“ beantragt hat, können Sie lesen, wenn Sie auf das Bild oder HIER klicken.

Zur Ehrenmaldebatte sagte ich in meiner Bundestagsrede am 6. Juli 2007: „Kann ein solcher Gedenkort wirklich ein ‚Ehrenmal‘ sein?
Der Begriff ‚Ehre‘ legt nahe, dass es wieder ehrenvoll sein soll, in einen Krieg zu ziehen und zu sterben. Wollen wir tatsächlich wieder sagen: ‚Es ist süß und ehrenvoll fürs Vaterland zu sterben‘ wie der römische Dichter Horaz. Und wer denkt dann an die „Ehre“ der Männer, Frauen und Kinder, die in diesen Kriegen getötet werden – von deutschen Soldaten oder ihren Verbündeten?
Ausdrücklich soll mit dem geplanten ‚Ehrenmal‘ der 69 Soldaten gedacht werden, die ihr Leben in Auslandseinsätzen verloren haben. Die große Mehrheit der Deutschen beharrt aber auf dem Verteidigungsauftrag der Bundeswehr, wie ihn das Grundgesetz festlegt, und lehnt die Einsätze der Bundeswehr im Ausland ab. Diese Mehrheit ist nicht an einem ‚Ehrenmal‘ interessiert, sondern an einer Politik, die dem Verfassungsauftrag nachkommt und sich aus Kriegseinsätzen und Kriegsbeteiligungen im Ausland heraushält. Nein, wir brauchen kein „Ehrenmal“ das den Soldatentod verklärt, wir brauchen stattdessen ein „Mahnmal“ für sämtliche Opfer der gegenwärtigen Kriege, besonders aus der Zivilbevölkerung, aber auch für die umgekommenen Soldaten. Wir brauchen ein Denkmal, das das Nachdenken über den Sinn der Opfer ermöglicht.“

mahnm-beschlMan beachte besonders die Stellungnahmen von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Beschlussempfehlung und Bericht im Verteidigungsausschuß am 13. Februar 2008):
Die SPD sieht in unserem Antrag eine ‚Provokation‘, weil er ‚insinuiert, dass die Bundeswehr an Kriegen beteiligt sei‘. Das sind wir nämlich nicht, sagt die SPD – Wie lange noch?

Und auch DIE GRÜNEN haben so schöne Worte für das, was die Bundeswehr in Afghanistan tut: ‚Einsätze zur Gewalteindämmung im Rahmen des Friedensauftrags des Grundgesetzes‘. Das nenne ich eine Provokation, eine Verhöhnung unseres Grundgesetzes.