Dem Gedenken Namen und Gesicht geben
09. November 2009 in Erinnerungskultur, Pressemitteilungen
Zur Aufstellung der ersten vier “Denknadeln” in Erfurt erkläre ich in folgender Pressemitteilung:
Mit dieser Aktion wird den Opfern des Nationalsozialismus ein Name und ein Gesicht gegeben. Viele Menschen wenden sich ab, wenn es um die Gräueltaten der Nazis in Deutschland geht, weil sie glauben, so etwas sei heute nicht mehr möglich. Wir müssen zeigen, dass Menschen aus der Mitte unserer Gemeinschaft herausgerissen und umgebracht wurden, nur weil sie Juden waren.
Mit den Denknadeln in Erfurt wird an konkreten Orten auf Menschen hingewiesen, die dort gelebt oder gearbeitet haben. Insbesondere der Domplatz, an dem dem Jungen Günther Beer, der im Alter von vier Jahren deportiert wurde, gedacht wird, ist ihr wichtig. Hier wird deutlich, dass der nationalsozialistischen Denkweise jede Menschlichkeit fremd war. Wer 4-jährige in Verantwortung für angebliche Taten seiner Eltern oder Großeltern nimmt, zeigt eine unglaubliche Menschenverachtung. Die Bürgerinnen und Bürger von Erfurt setzen mit dieser Aktion ein Zeichen, welches weit über die Grenzen von Thüringen hinaus Beachtung finden wird.
Auch die Besucherinnen und Besucher von Erfurt werden diese Art von Erinnerungskultur positiv aufnehmen und zu schätzen wissen.