Kein Vertriebenen-Zentrum in Berlin
24. Oktober 2007 in Pressemitteilungen
Zur Verständigung der Bundesregierung über die Schaffung eines Dokumentationszentrums in Berlin zur Erinnerung an die Vertreibung von Deutschen erklärt Luc Jochimsen, kulturpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE:
Die Linksfraktion lehnt die Schaffung eines Dokumentationszentrums zur Erinnerung an die Vertreibung von Deutschen in Berlin kategorisch ab. Es handelt sich bei der jetzt herbeigeführten Übereinstimmung zwischen den Koalitionspartnern um einen denkbar schlechten Stil. Nachdem die Linksfraktion auf ihre Fragen an die Bundesregierung zu diesem Thema nur hinhaltende Antworten bekam, soll jetzt auf einmal eine Einigung erzielt worden sein.
Ein solches Zentrum in Berlin kann kein Ort der Versöhnung sein, denn von hier aus begann 1939 die millionenfache Versklavung und Ermordung der polnischen Bevölkerung. Es ist auch blauäugig anzunehmen, so Jochimsen, dass der jetzt erfolgte Regierungswechsel in Polen die Stimmung in unserem Nachbarland für diese Entscheidung positiver gestaltet. Alternativen für den Standort eines Dokumentationszentrums zur Vertreibung in europäischer Perspektive, wie zum Beispiel in Görlitz, sind möglich.
Die Vorgehensweise der Bundesregierung lässt in diesem Fall keineswegs hoffen,
dass die Gedenkstätte ein sichtbares Zeichen der Versöhnung wird.