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Nix Neues im neuen Gedenkstättenkonzept

Zum heutigen Beschluss des Bundeskabinetts zur Verabschiedung der Fortschreibung der Gedenkstättenkonzeption der Bundesregierung erkläre ich: (Pressemitteilung unter „Weiterlesen“)

Lesen Sie auch folgenden Artikel von Prof. Volkhard Knigge, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, in der Jüdischen Allgemeine vom 26. Juni.

„In der Einleitung der Konzeption heißt es jetzt zwar unmissverständlich: ‚Es ist unverzichtbar, den Unterschieden zwischen NS-Herrschaft und SED-Diktatur Rechnung zu tragen. (…) Die Erinnerung an die NS-Terrorherrschaft wird durch das Wissen um die Unvergleichlichkeit des Holocaust bestimmt.’ Also keine Gleichsetzung mehr mit erster und zweiter Diktatur. Das ist endlich Klartext und war überfällig.

Aber wenn es dann um die zu bewältigenden Aufgaben der Erinnerungsarbeit geht, bleibt die neue Konzeption – wie die alte – hinter der Notwendigkeit des Erinnerns zurück.

Es genügt eben nicht, die vier KZ-Gedenkstätten Dachau, Bergen-Belsen, Neuengamme und Flossenbürg in die institutionelle Förderung aufzunehmen und offen zu lassen, wie andere Gedenkstätten von historischer Bedeutung unterhalten und gefördert werden sollen, wenn es im Konzept heißt: ‚Gradmesser für die Erfüllung des Kriteriums nationaler oder internationaler Stellenwert ist in erster Linie die Bedeutung des Ortes (…) in der öffentlichen Wahrnehmung in Deutschland und im Ausland. Von Interesse ist in diesem Zusammenhang auch seine Rezeption in Forschung und Literatur.’ Diese Kriterien wurden bereits in der Anhörung am 7. November 2007 heftig kritisiert und gefordert, dass nicht die mediale Aufmerksamkeit für die Finanzierung der einzelnen Gedenkstätten ausschlaggebend sein darf, sondern ihre historische Bedeutung. Hier gibt es keinerlei Veränderungen gegenüber der alten Konzeption.

Auch wird die geplante ‚Ständige Konferenz der Leiter NS-Gedenkorte im Berliner Raum’ keineswegs die immer wieder geforderte Gesamtdarstellung des Nationalsozialismus, die sich auch mit der Zustimmung der großen Mehrheit der Deutschen zum NS-Regime beschäftigt, schaffen können.

Und schließlich bleibt der Appell, ‚in Zeiten knapper Haushaltsmittel (…) durch die Kooperation von Gedenkstätten und Erinnerungsorten (…) Ressourcen’ einzusparen ‚und gemeinsame Aufgaben arbeitsteilig bewältigen’ zu wollen, die Anleitung schuldig, wie das im Falle dieser so ganz und gar unterschiedlichen Gedenkstätten und Erinnerungsorte funktionieren soll.

Neu ist jetzt allein der Vorschlag, ein Museum des Kalten Krieges am Berliner Checkpoint Charlie einzurichten. Aber der steht nicht in der neuen Konzeption, sondern kommt wie ein Danaergeschenk von Hans-Dietrich Genscher, Vaclav Havel und Wladyslaw Bartoszewski u. a..“