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Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung: "Mit Zahlenspielen geht’s nicht weiter, Herr Staatsminister!"

Die Ergebnisse der gestrigen Beratung des Stiftungsrates kommentiere ich in folgender Pressemitteilung:

Erwartet hatte man, dass endlich renommierte ausländische Wissenschaftler in den wissenschaftlichen Beirat berufen werden, nachdem drei von neun Beratern die Stiftung verlassen haben. Stattdessen soll nun die Zahl des Beraterkreises von neun auf 15 erhöht werden. Reine Zahlenspielerei – wie bei der Besetzung des Stiftungsrates vorher. Der wurde von 13 auf 21 erhöht und damit hat sich auch nicht die Frage gelöst, welche Ziele diese Stiftung hat, welcher Aufgaben sie sich stellt. Erreicht wurde nur, dass sechs Mitglieder des Bundes der Vertriebenen statt vorher drei im Steuerungsgremium vertreten sind.

Ohne polnische und tschechische Stimmen im Beratergremium und dem Gründungsdirektor Manfred Kittel, der wissenschaftliche Arbeiten betreut hat, die die NS-Vergangenheit von Vertriebenen-Funktionären beschönigt und der immer wieder von „Versöhnung der Deutschen“ als Aufgabe der Vertriebenenstiftung spricht, kann diese Stiftung der wissenschaftlich fundierten Darstellung
weltweiter Geschichte im 20. Jahrhundert nicht dienen und ist damit keine Angelegenheit der Bundesregierung und des Parlaments.

Persönlicher Zusatz:

‚Die Versöhnung der Deutschen mit den Deutschen‘ sei auch eine Aufgabe der Bundesstiftung, so ihr Direktor, Prof. Dr. Manfred Kittel, am Wochenende in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Dieser Begriff wabert sozusagen von Anbeginn um die Vertriebenen-Stiftung. Und ich habe von Anfang an gefragt, wer von uns sich mit wem versöhnen soll – und auf welche Weise.
Muss ich mich, Kriegskind Jahrgang 1936, phosphorverbrannt, Oberschenkeldurchschuss durch Bombensplitter, die Familie zwei mal ausgebombt, alle Habe verloren, von Wien über Düsseldorf nach Frankfurt verschlagen, die Mutter lebenslang durch Verbrennungen krank, mit Vertriebenen aus dem Sudetenland versöhnen? Ich habe unsere Lebensgeschichten bisher als schreckliches Resultat des mörderischen Krieges Deutschlands angesehen. Soll das nun anders werden?